Krieg im Donbass:Ukraine sagt Abzug schwerer Waffen ab

Krieg im Donbass: Ukrainische Panzer sind in der Region Artemiwsk auf einer Landstraße unterwegs

Ukrainische Panzer sind in der Region Artemiwsk auf einer Landstraße unterwegs

(Foto: AP)
  • Der Abzug schwerer Waffen aus dem Kriegsgebiet in der Ostukraine ist vorerst gestoppt.
  • Die ukrainischen Streitkräfte verweisen auf den fortgesetzten Beschuss durch prorussische Separatisten - und belassen ihre schweren Waffen an der Front.
  • Der Abzug ist am Wochenende vereinbart worden und gilt als wichtiger Punkt im Minsker Friedensabkommen.

Ukrainische Armee verweist auf Beschuss ihrer Stellungen

Die ukrainischen Streitkräfte haben den vereinbarten Abzug ihrer schweren Waffen am Montag abgesagt. Sprecher verwiesen auf einen Beschuss von Armeestellungen in der Nacht.

"Bevor die Gegenseite nicht das Feuer vollständig einstellt, ist daran nicht zu denken", sagte der ukrainische Militärsprecher Anatoli Stelmach in Kiew. Die Regierungseinheiten hätten zwar einen umfassenden Plan für den Abzug erstellt. Aber: "Das Minsker Friedensabkommen spricht klar davon, dass dazu eine Feuerpause eintreten muss. Das ist nicht erfüllt", betonte der Militärsprecher.

Die Aufständischen wiesen die Vorwürfe zurück. Die "Volkswehr" reagiere nur auf "Provokationen", sagte Separatistensprecher Eduard Bassurin in Donezk. Für den verzögerten Abzug der militanten Gruppen machte er "logistische Gründe" verantwortlich. "Wir müssen die einzelnen Schritte noch koordinieren. Bisher rechnen wir damit, am 24. Februar mit dem Abzug zu beginnen", sagte Bassurin.

Abzug schwerer Waffen galt als Hoffnungsschimmer

Der Schritt war am Wochenende vereinbart worden und ist ein wichtiger Punkt im Minsker Friedensabkommen zwischen der Regierung in Kiew und den prorussischen Rebellen. Der Abzug der schweren Waffen von der Front im Osten des Landes sollte am Sonntag eingeleitet werden und nach zwei Wochen abgeschlossen sein.

Die Ukraine und die prorussischen Separatisten im Osten des Landes hatten sich nach Armeeangaben aus Kiew schriftlich auf den Abzug der schweren Waffen von der Front geeinigt. "Die Dokumente zum Beginn des Abzugs schwerer Waffen von der gesamten Frontlinie wurden unterzeichnet", teilte der ranghohe ukrainische General Olexander Rosmasnin mit. Rosmasnin erklärte, er könne noch nicht sagen, wann mit dem Abzug begonnen werde.

Die Separatisten bestätigten die Angaben über ihre Nachrichtenagentur. Alexander Lenzow, mutmaßlich Vize-Kommandeur der russischen Landstreitkräfte, sagte der BBC zufolge, dass die prorussischen Rebellen noch am Sonntag mit dem Abzug schwerbewaffneter Truppen von der Front beginnen wollen.

Mehrtägige Verzögerung wegen Bruchs der Waffenruhe

Vor fast zwei Wochen hatten Kiew und die Rebellen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk nach langen Verhandlungen ein Abkommen unterzeichnet, in dem neben einer Waffenruhe der Abzug der schweren Waffen, die Einrichtung einer Pufferzone und ein Gefangenenaustausch vereinbart wurden. Die Waffenruhe, die als Bedingung für die anderen Teile des Abkommens gilt, wurde seither allerdings immer wieder gebrochen.

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