Krieg - Düsseldorf:Wüst trifft erstmals sein ukrainisches Patenkind

Krieg - Düsseldorf: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst spricht in Lennestadt. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst spricht in Lennestadt. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Düsseldorf (dpa/lnw) - Bewegende Begegnung: Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat am Freitag erstmals das Kind einer ukrainischen Flüchtlingsfamilie getroffen, für das er die Ehrenpatenschaft übernommen hatte. Der kleine Daniel war einen Tag nach der Ankunft seiner Mutter in NRW am 4. März 2022 in Bad Oeynhausen zur Welt gekommen, er wird übernächste Woche zwei Jahre alt.

Daniels Mutter Anna war wenige Tage nach Kriegsausbruch mit ihrem älteren Sohn (damals 17) aus Dnipro Richtung Deutschland geflüchtet. Ihr Ehemann Denis lebte bereits in Bad Oeynhausen, die Fahrt dorthin war laut der Familie schon lange geplant - nur unter normaleren Umständen. Das Kind hätte in der Ukraine zur Welt kommen sollen.

Nach der Geburt hatte Wüst die Ehrenpatenschaft für Daniel übernommen. Am Freitag schenkte er dem Kind ein NRW-Plüschpferd ("Guck mal, das ist Pferdi"), bevor er mit insgesamt 16 Flüchtlingen frühstückte. Die meisten davon Flüchtlinge, die Wüst in den vergangenen knapp zwei Jahren schon einmal getroffen hatte. Auch die ukrainische Generalkonsulin Iryna Shum war vor Ort. Wüst sagte zur Begrüßung, der Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 sei für Deutschland "das Ende einer Illusion" über Russland gewesen. Man hätte nur den Ukrainern vorher besser zuhören müssen, "dann hätte man diese Illusion nicht mehr gehabt." Laut Wüst sind bislang 230.000 ukrainische Flüchtlinge nach NRW gekommen.

Für seine Gäste in der Staatskanzlei ließ Wüst ukrainische Spezialitäten auftischen. Darunter Hähnchenroulade, gefüllte Pfannkuchen und Napoleon (Buttercremetörtchen). Nach dem Frühstück sagte Wüst: "Er kennt nur, ein Flüchtlingskind zu sein - und ist doch nur wie jedes zweijährige Kind in Deutschland. Das sollte uns daran erinnern, wir reden von Krieg, von Waffen, von Geld und allen möglichen technischen Dingen. Aber es geht immer um Menschen."

© dpa-infocom, dpa:240223-99-96459/2

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