Sollte das Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) unverändert kommen, sieht die Deutsche Krankenhausgesellschaft eine Pleite- und Entlassungswelle anrollen. Laut einer aktuellen Studie müssten die Kliniken in diesem Fall ein Zehntel des gesamten Personals entlassen, sagte Verbandschef Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Betroffen wären damit rund 140.000 Beschäftigte. Experten gingen davon aus, dass 2030 ohne eine Korrektur der Kürzungspläne für 49 Prozent aller Krankenhausstandorte eine „hohe Ausfallwahrscheinlichkeit“ bevorstehe, führte Gaß aus: „Übersetzt heißt das: Es ist damit zu rechnen, dass jede zweite Klinik pleitegeht.“ Für Montag war im Bundestag eine Expertenanhörung zum Sparpaket geplant.
Gleichzeitig zeigte sich Gaß bereit zu Kompromissen. Die Kliniken seien willens, über eine Begrenzung der zuletzt stark gestiegenen Pflegeausgaben zu sprechen. Hier gebe es Handlungsbedarf, weil eine Obergrenze fehle, sagte er. Zur Kompensation forderte er eine Streichung von Personalvorgaben. Es gebe keine wissenschaftlichen Belege dafür, ob eine Intensivpflegekraft „immer besser für zwei, zweieinhalb oder drei Patienten zuständig sein sollte“. Das seien aus abstrakten Berechnungen abgeleitete Zahlen nach dem Motto: „Viel hilft viel.“