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Korruptionsskandal in der Türkei:Zwei Ministersöhne und Bankchef festgenommen

Der Korruptionsskandal reicht bis in die direkte Umgebung des türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan hinein. Im Zuge der Ermittlungen sind nun 16 Personen festgenommen worden - darunter die Söhne des Innenministers und des Wirtschaftsministers.

Im Zuge der Ermittlungen in einem großen Korruptionsskandal in der Türkei sind Medienberichten zufolge am Samstag zwei Söhne von Ministern und ein Bankchef festgenommen worden. Insgesamt habe es 16 Festnahmen gegeben, berichten der Sender CNN Türk und andere Medien. Darunter befänden sich die Söhne des Innenministers und des Wirtschaftsministers sowie der Geschäftsführer der staatseigenen Halkbank, Süleyman Aslan.

Wegen Korruptionsverdachts befinden sich insgesamt 24 Menschen in Haft, die der Regierung nahestehen. Der Vorstoß der Behörden hat die politische Elite der Türkei aufgeschreckt und für Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan sprach von einer Schmutzkampagne gegen seine Regierung.

Auf Anordnung eines Gerichts mussten Medienberichten zufolge 33 weitere Beschuldigte am Samstag auf freien Fuß gesetzt werden, darunter ein Bezirksbürgermeister von Istanbul sowie der Sohn des Umweltministers. Kürzlich wurden in der Affäre bereits Dutzende von Polizeichefs entlassen, denen Amtsmissbrauch vorgeworfen wird. Sie sollen die Ermittlungen vor ihren Vorgesetzten geheimgehalten haben.

© Süddeutsche.de/Reuters/sks/okl

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