Das Verfassungsgericht legitimiert sich über Rechtsregelauslegung. Entschieden wird im Spannungsfeld einer Verhältnismäßigkeit zwischen Grundrechten und dem Regelungsbedarf des Einzelfalls. In Karlsruhe wird dogmatisch argumentiert und juristisch entschieden. Das geschieht unabhängig von politischen Präferenzen und untereinander in strittiger Kollegialität. Dabei sind Grundrechtsentscheidungen nie ohne politische Folgen, sie kommen aus dem politischen Raum und wirken auf diesen zurück. Auch und gerade wenn es um Grundrechte geht, bildet die Kunst, abzuwägen, das Gütekriterium höchstrichterlicher Klugheit. Abwägungserfahren entscheiden zu müssen, wird dann strapaziös, wenn ein dringender Regelungsbedarf von allgemeiner Bedeutung vorliegt, hinter dem die routinemäßig veröffentlichten Stellungnahmen stumpf bleiben.
Fehler in der AntikorruptionspolitikWie Korruption die innere Ordnung von Staaten angreift
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Die ehemalige Verfassungsrichterin Gertrude Lübbe-Wolff leuchtet das Thema Korruption in allen Facetten grell aus, fordert schärfere Sanktionsmechanismen und mahnt die „ehrlichen Deutschen“: Empörung allein reicht nicht.
Rezension von Tilman Allert

Corona:Das Geschäft mit dem Virus
Andrea Tandler hat in der Pandemie hohe Provisionen für Maskendeals kassiert. Das war legal. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr aber vor, dabei 23,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Sie selbst bestreitet das. Nun steht sie vor Gericht.
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