Korruption nimmt laut der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International weltweit zu. Deutschland ist in einem jährlichen Korruptionsranking auf Platz zehn nach oben geklettert. Es konnte sich demnach um zwei Punkte auf 77 Zähler verbessern und wieder in die Top Ten vorstoßen. Damit sei es im Vergleich zum Vorjahr zwar um fünf Ränge aufgestiegen, dies erkläre sich in erster Linie aber aus dem Abstieg anderer Länder wie Australien, Irland oder Uruguay, wie die Organisation in Berlin mitteilte. Weltweit nimmt Korruption nach Einschätzung von Transparency mit dem Erstarken von Rechtsnationalen und Populisten zu.
Deutschland ist zwar das einzige Land in den Top Ten, das sich im Vergleich zum Vorjahr verbessern konnte. Damit sollte sich die Bundesrepublik allerdings nicht zufriedengeben, sagte Margarete Bause, stellvertretende Vorsitzende von Transparency Deutschland. Vor zehn Jahren erreichte Deutschland noch 81 Punkte: „Das Ziel sollte sein, dass Deutschland in die Top fünf aufsteigt.“
Der sogenannte Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) basiert auf Einschätzungen zur Korruption im öffentlichen Sektor, die von Experten aus internationalen Institutionen und Forschungsgruppen abgegeben werden. Die Skala reicht von null Punkten – als sehr korrupt wahrgenommen – bis zu 100 Punkten für völlige Korruptionsfreiheit. Er umfasst 182 Staaten und Gebiete.
Dänemark seit Jahren an der Spitze
Zum achten Mal erreicht Dänemark hintereinander demnach von allen Ländern den Spitzenplatz. Es folgen Finnland und Singapur. Die letzten Plätze belegen auf diesem Index Südsudan und Somalia. Weltweit habe es vor zehn Jahren noch zwölf Länder mit einer besonders hohen Punktzahl (mehr als 80 Punkte) gegeben, heute seien es nur noch fünf. Der globale Durchschnitt habe dieses Jahr den tiefsten Wert seit mehr als zehn Jahren erreicht (42 Punkte).
Deutliche Rückschritte seien auch in Demokratien zu verzeichnen. „In Ländern, in denen Rechtsextreme und populistische Parteien an die Macht gekommen sind, werden Schutzmechanismen gegen Korruption meist massiv abgebaut“, sagte Alexandra Herzog, Vorsitzende von Transparency International Deutschland.
Auch Deutschland betrachtet die Organisation mit Skepsis. Herzog warnte vor einem möglichen Rückbau von Maßnahmen gegen Korruption im Zuge der von der Bundesregierung vorangetriebenen Entbürokratisierung und Beschleunigung von Verfahren: „Gerade in Anbetracht der neuen Sondervermögen brauchen wir eigentlich mehr Kontrolle und nicht weniger.“

