Koreanische Halbinsel USA und Südkorea beenden gemeinsame Militärübungen

Soldaten aus den USA (ohne Stirnbänder) und Südkorea (blaue Stirnbänder) bei einer Militärübung.

(Foto: dpa)
  • Die USA und Südkorea wollen künftig auf ihre gemeinsamen Großmanöver im Frühjahr verzichten.
  • Ihre Einstellung ist offenbar ein Versuch, die Entspannungssignale im Konflikt mit Nordkorea zu stärken.
  • Die Führung in Pjöngjang sieht die regelmäßigen Militärübungen als Provokation und Vorbereitung einer Invasion an.

Die USA und Südkorea haben beschlossen, von Nordkorea scharf kritisierte gemeinsame Militärübungen einzustellen. Das Feldmanöver "Foal Eagle" - die größte der jährlichen Militärübungen - werde ebenso beendet wie die Kommandoschulung "Key Resolve", teilte das US-Verteidigungsministerium am Samstagabend mit. Die enge Kooperation der Streitkräfte beider Länder mit Blick auf Sicherheitsrisiken werde aber ebenso beibehalten wie die militärische Handlungsbereitschaft, hieß es weiter. Es würden nun militärische Übungen in reduziertem Umfang geplant.

Die Entscheidung spiegele den Wunsch wider, Spannungen abzubauen und die diplomatischen Bemühungen für eine vollständige Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu unterstützen.

Zuvor hatte Pentagon-Chef Patrick Shanahan mit dem südkoreanischen Verteidigungsminister Jeong Kyeong-doo telefoniert. Bei ihrem Gespräch ging es den Angaben zufolge um Schlüsse aus dem jüngsten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Hanoi.

Washington und Seoul haben Angriffsvorbereitungen stets bestritten

Die USA und Südkorea haben in den vergangenen Jahren regelmäßig Militärübungen abgeahlten, um ihre Bereitschaft für einen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel zu testen. Ihre Frühjahrsmanöver lösten immer wieder heftige Proteste der Führung Nordkoreas aus, die den USA Angriffsvorbereitungen unterstellte. Die Regierungen in Washington und Seoul haben dies stets bestritten. Die Einstellung der Übungen dürfte dazu dienen, die Entspannungssignale im Konflikt mit Nordkorea zu stärken.

Die Beendigung der jährlichen Frühlingsmanöver diene dazu, die diplomatischen Bemühungen zu einer vollständigen Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel voranzutreiben, erklärte das südkoreanische Verteidigungsministerium der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge.

Der mit Spannung erwartete Gipfel zwischen Trump und Kim endete am Donnerstag überraschend ohne Abschlusserklärung. Beide Seiten kamen sich in der zentralen Frage des Abbaus des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals nicht näher und widersprachen sich später bei der Begründung. Trump sagte, Nordkorea habe die Aufhebung aller Sanktionen verlangt und die geplanten Abrüstungsschritte seien nicht weit genug gegangen. Nordkoreas Außenminister Ri Yong-ho erwiderte, sein Land habe nur eine teilweise Aufhebung der Sanktionen gefordert.

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