Korea-Konflikt Neuer Raketentest in Nordkorea - Japan kündigt "konkrete Schritte" an

  • Nach Angaben Südkoreas und der USA hat Nordkorea erneut eine Rakete getestet.
  • Diese stürzte offenbar ins Japanische Meer.
  • Tokio verurteilt den Test und kündigt "konkrete Schritte" an.

Trotz mehrerer UN-Verbotsresolutionen und internationaler Appelle hat Nordkorea nach Angaben Südkoreas wieder eine ballistische Rakete getestet. Das US-Pazifikkommando teilte mit, es habe das Geschoss sechs Minuten verfolgt, bis es ins Japanische Meer gestürzt sei. Nach japanischen Angaben landete die Rakete etwa 300 Kilometer nördlich der Oki-Inseln und 500 Kilometer westlich der Insel Sado. Tokio verurteilte den Abschuss auf das Schärfste.

Nach Angaben Südkoreas handelt es sich vermutlich um eine Rakete des Typs Scud. In Seoul berief Präsident Moon Jae-in den Nationalen Sicherheitsrat ein. Mehrere UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch Atomsprengköpfe tragen können.

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Japan reagierte harsch auf den neuen Raketenstart. Das Land wolle gemeinsam mit der Schutzmacht USA "konkrete Schritte" unternehmen, um Nordkorea Einhalt zu gebieten, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe nach Medienberichten. "Wir können wiederholte Provokationen nicht tolerieren", sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga. Japan will nach eigenen Angaben mit hochrangingen Vertretern Chinas über die Lage sprechen.

"Die US-Regierung weiß Bescheid"

In Washington wurde der Raketentest zunächst kommentarlos zur Kenntnis genommen worden. "Die US-Regierung weiß Bescheid", hieß es in einer in Washington verbreiteten Erklärung des Nationalen Sicherheitsrates. "Der Präsident wurde informiert", hieß es weiter.

Erst am Samstag hatte die Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten Nordkorea eindringlich aufgerufen, seine Atom- und Raketenprogramme "vollständig, nachprüfbar und unumkehrbar" zu stoppen. In der Abschlusserklärung ihres Gipfeltreffens auf Sizilien rief die G 7 die Weltgemeinschaft auf, Anstrengungen zur Umsetzung entsprechender UN-Resolutionen zu "verdoppeln".

Nordkorea unternahm seit dem vergangenen Jahr zwei neue Atomversuche und zahlreiche Raketentests, durch die sich vor allem Südkorea und das G-7-Mitglied Japan bedroht fühlen. Mit der jetzigen Rakete ließ die kommunistische Führung in Pjöngjang allein im Mai bereits drei ballistische Raketen testen.

US-Präsident Donald Trump schloss im Gegenzug einen Militärschlag gegen das ostasiatische Land nicht aus. Mehrfach wiederholte er seine Ankündigung, das Problem mit Nordkorea werde "gelöst".

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