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Konsequenz der Loveparade-Katastrophe:Sauerlands Rede - eine weitere verpasste Chance

Von Sauerland sieht man lange nichts, er ist erkältet, wie so oft in den vergangenen Monaten. Am Freitag hatte er noch mal gesagt, dass er keine Angst vor seinen Bürgern habe, und sein Programm für den Wahlsonntag bekanntgegeben: Erst schön frühstücken, dann das Spiel des MSV gucken und hoffen, dass der gegen Rostock gewinnt. Und irgendwann mal schauen, was im Rathaus so passiert. Das ist so seine Art. Passiert ist dann doch allerhand. Aus seiner Sicht. Der MSV hat gegen Rostock verloren und Sauerland sein Amt.

Dabei hatte er sich recht sicher gefühlt in den vergangenen Tagen und auch ein bisschen damit kokettiert, 2015 vielleicht erneut anzutreten. Am Sonntagabend lässt Sauerland zunächst auf sich warten. Es ist aber auch nicht so, dass im Rathaus sonderlich viele Anhänger bereitstehen, um ihren OB zu trösten. Im Rathaus jubeln die Gegner.

Um kurz nach acht kommt Sauerland die Treppe hinauf. Es sind nicht nur gute Gewinner im Saal. Ein kleiner Mann kündigt mit dem Megafon seine Kandidatur für die nächste OB-Wahl an. "Ich bitte Sie, etwas mehr Charakter an den Tag zu legen", sagt Sauerland.

Charakter, das hatten seine Kritiker auch bei ihm vermisst, den Mut, die Verantwortung zu übernehmen nach der Loveparade. Er hat so viele Gelegenheiten verpasst. Und auch seine kleine Rede nach der Niederlage am Sonntag ist wieder eine vertane Chance, so etwas wie Demut zu zeigen vor der Kritik. "Zu meiner Amtszeit gehörten viele Erfolge, aber auch die Loveparade."

Mehr ist da offenbar nicht in ihm, kein Wort von eigenen Fehlern. Am Montag und Dienstag wolle er seinen Schreibtisch räumen und Organisatorisches erledigen. "Der will noch mal wieder kommen", schreit Werner Hüsken von der Bürgerinitiative. Später spricht er ruhig von einem "großen Sieg der Bürger".

Nun gelte es, die Stadt wieder voranzubringen. Viel mehr, als über Sauerland zu diskutieren, hat die Stadtpolitik zuletzt nicht zustande gebracht. Man sieht das schon bei der Ankunft am Bahnhof. Die Stadt empfängt ihre Besucher mit einer Brache. Die sieht so traurig aus wie ihr abgewählter Oberbürgermeister am Sonntagabend im Rathaus. Er bitte alle, von Terminanfragen in den nächsten Tagen Abstand zu nehmen. "Gott schütze die Stadt Duisburg." Dann ist er weg.