Eigentlich soll es ja der Heilige Geist richten, der den Kardinälen im Konklave die Hand führt, wenn sie einen Namen für das Amt des Papstes auf den Stimmzettel schreiben – möglichst leserlich, so ist es erwünscht, gern auch mit verstellter Schrift, damit der Stimmzettel nicht zuzuordnen ist. Weil der Heilige Geist aber nicht immer überall und sofort zur Stelle ist, braucht es in der Regel mehrere, womöglich viele Wahlgänge, bis ein Kandidat die erforderliche Mehrheit erreicht. Dabei kommen, Heiliger Geist hin oder her, auch im Konklave wahltaktische Überlegungen zum Tragen.
KonklaveDie Stunde der Polarisierer
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Die Entscheidung über den künftigen Papst in der Sixtinischen Kapelle ist geheim. Trotzdem lässt sich nicht verbergen, wen das Wahlverfahren begünstigt. Eine Dramaturgie hinter verschlossenen Türen.
Von Marc Beise, Rom
