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Kongo:Auf den Kopf gestellt

Europa darf sich die Wahlmanipulation nicht gefallen lassen.

Die Mutter aller Wahlen sollte es werden, so hatte es das Regime von Präsident Jospeh Kabila angekündigt. Es wurde der wahrscheinlich am besten dokumentierte Wahlbetrug der afrikanischen Geschichte.

17 Jahre lang hat Kabila die Demokratische Republik Kongo ausgebeutet, so wie alle seine Vorgänger. Eine weitere Amtszeit hat ihm die Verfassung verboten, genug hat Kabila aber noch lange nicht. Er und sein Kandidat haben die Wahl verloren. Da es im Kongo aber nicht an Politikern mangelt, die sich gegen genug Geld und ein bisschen Macht korrumpieren lassen, haben sie das Wahlergebnis einfach auf den Kopf gestellt und Félix Tshisekedi zum Präsidenten gemacht, der sich im Gegenzug als dankbarer Tölpel gibt.

Verloren haben Millionen Kongolesen, die gedacht haben, sie würden auch einmal eine Regierung bekommen, die an sie denkt und nicht nur an sich selbst. Der eigentliche Wahlsieger, Martin Fayulu, wäre womöglich ein echter Bruch mit der Vergangenheit gewesen. Aber seine Chancen stehen schlecht, selbst die wichtige Regionalmacht Südafrika akzeptiert den Betrug, will lieber "Stabilität" und in Ruhe die Rohstoffe des Kongo ausbeuten. Nun müssen wenigstens Europa und die USA den falschen Wahlsieger ablehnen, das Regime mit Sanktionen überziehen. Es geht um Glaubwürdigkeit.

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