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Konflikte:Trump: Iran sollte besser vorsichtig sein

Konflikte
"Der Iran mach viele schlimme Dinge": US-Präsident Donald Trump. Foto: Kyodo/Archiv (Foto: dpa)

Washington/Teheran (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat dem Iran gedroht, nachdem das Land angekündigt hatte, gegen eine zentrale Auflage des internationalen Atomabkommens zu verstoßen.

Der Iran solle besser vorsichtig sein, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten im Bundesstaat New Jersey. Der Iran mache viele "schlimme Dinge", fügte er hinzu und bekräftigte, dass das Land niemals Atomwaffen besitzen werde. Details zu Konsequenzen ließ der Republikaner offen.

Der Iran hatte sich bis vor einem Monat weiter an den Vertrag gehalten, war aber von den USA dennoch mit harten Sanktionen belegt worden. Mit der nun angekündigten Überschreitung der 3,67-Prozent-Grenze bei der Urananreicherung verstößt der Iran gegen das Abkommen.

Nach Angaben der iranischen Atomorganisation will Teheran Uran nur bis zu einem Wert von 4,5 Prozent anreichern. Bis zu 5 Prozent werde von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nicht als gefährlicher Anreicherungsgrad eingestuft, sagte der Sprecher der Organisation in Teheran. Langfristig solle der Anreicherungsgrad maximal 20 Prozent betragen. Für den Bau von Atombomben müsste Uran auf 90 Prozent angereichert werden.

Das zwischen den UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien sowie Deutschland und dem Iran 2015 vereinbarte Atomabkommen sollte Teheran am Bau einer Atombombe hindern. Das iranische Atomprogramm wurde massiv eingeschränkt und überwacht, im Gegenzug wurden Wirtschaftssanktionen gegen das Land aufgehoben.

Russland hat sich wegen der Urananreicherung im Iran besorgt gezeigt und will sich für eine diplomatische Lösung des Atom-Konflikts einsetzen. Russland wolle das Atom-Abkommen mit dem Iran erhalten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge am Montag. Mit Blick auf den Ausstieg der USA aus dem Abkommen betonte er, dass Russland und Präsident Wladimir Putin immer wieder vor den Folgen eines solchen einseitigen Schritts gewarnt hätten.

Russische Politiker fordern seit Tagen, dass es neue Konsultationen für einen Ausweg aus der Krise gibt, um das Abkommen noch zu retten. Am Wochenende hatten prominente Außenpolitiker in Moskau auch Verständnis für die iranische Reaktion auf die US-Sanktionen gezeigt.