Konflikte - Lubmin:Bürgermeister: "Putin muss in die Schranken gewiesen werden"

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Deutschland
Lubminer Bürgermeister Axel Vogt steht im Gewerbegebiet von Lubmin. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Lubmin (dpa) - Der Bürgermeister des Energiestandortes Lubmin in Vorpommern, Axel Vogt (parteilos), hat die russische Führung aufgefordert, den Krieg in der Ukraine einzustellen. "Das ist im Augenblick das Wichtigste", sagte Vogt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. In Lubmin enden die umstrittenen jeweils 1230 Kilometer langen Gasleitungen Nord Stream 1 und Nord Stream 2, die aus Russland kommen, was der Region bisher viele Steuern bringt.

In der Region Lubmin gibt es mit einem atomaren Zwischenlager des Bundes, dem Hafen und einem Energie-Umspannwerk zudem eine Ballung von sogenannter kritischer Infrastruktur, wie Vogt erklärte. Das Zwischenlager entstand auf dem Gelände des größten Atomkraftwerkes der ehemaligen DDR, das seit den 1990er Jahren zurückgebaut wird.

Ungeachtet der bisherigen Sanktionen der EU gegen Russland fließt im Augenblick noch Erdgas durch die Nord-Stream-1-Leitung, sagte Vogt. Das bedeutet für den Ort auch wichtige Steuereinnahmen. Das sei aber im Augenblick zweitrangig, sagte Vogt mit Blick auf den Krieg in der Ukraine: "Putin muss in die Schranken gewiesen werden."

Lubmin erhielt bisher rund zwei Millionen Euro Steuereinnahmen im Jahr über die Transporte der Gasleitung, die auch Westeuropa versorgt. Wenn dies durch verschärftere EU-Sanktionen gegen Moskau oder durch Gegenmaßnahmen Russlands gestoppt würde, könnte der Ort etwa ein Viertel seiner Gewerbesteuereinnahmen im Jahr verlieren, erläuterte Vogt. Das solle aber kein Jammern sein. Man rechne auf Anfragen hin nur aus, was in bestimmten Fällen passieren würde.

"Ich muss den Gemeindevertretern sagen, was noch geht und wo wir vorsichtig sein müssten", erläuterte der ehrenamtliche Bürgermeister. Zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz plane man auch eine Spendensammlung, um den vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine und den Nachbarländern zu helfen.

© dpa-infocom, dpa:220301-99-334736/3

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