Mainz (dpa/lrs) - Rund 200 Menschen haben am Mittwoch in Mainz gegen Menschenrechtsverletzungen und Gewalt im Iran demonstriert. Redner forderten Freiheit für politische Gefangene und von der Todesstrafe bedrohte Menschen in dem Land. Viele Teilnehmer der Kundgebung vor dem Landtag zeigten Fotos von inhaftierten Menschen. Auch Ärzte seien im Iran gefoltert, entführt und gegangen worden, weil sie den Demonstranten helfen wollten, sagte Rahim Schmidt vom Verein Armut und Gesundheit in Deutschland, der die Kundgebung organisiert hatte.
Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, Rheinland-Pfalz stehe an der Seite der Männer und Frauen, die im Iran für Menschenrechte und ein Leben in Freiheit auf die Straße gehen. Sie forderte ein Ende der Menschenrechtsverletzungen in dem Land und die Aufhebung der Todesurteile. Auch der Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert und die Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Hausärzteverbands, Barbara Römer, zeigten ihre Solidarität mit den Demonstranten.
Hintergrund sind die Proteste im Iran nach dem Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini. Sie starb am 16. September im Polizeigewahrsam, nachdem sie von der Sittenpolizei wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften festgenommen worden war. Wegen der Demonstrationen wurden inzwischen Tausende festgenommen. Mindestens zwei junge Männer wurden im Zusammenhang mit den Protesten zum Tode verurteilt und hingerichtet.
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