Konflikte:Bericht: Hamas fehlen Beweise für Schuldzuweisung an Israel

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Zerstörungen, die durch den Angriff auf das Ahli-Arab-Krankenhaus in Gaza verursacht wurden. Bei dem Angriff wurden Dutzende von Zivilisten getötet. Foto: Mohammad Abu Elsebah/dpa (Foto: dpa)

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New York (dpa) - Die im Gazastreifen herrschende Hamas-Organisation hat einem Medienbericht zufolge bislang keine Beweise dafür vorlegen können, dass Israel die Schuld an einer Explosion am Al-Ahli-Krankenhaus im Gazastreifen hat. Die Hamas habe auf Anfrage mitgeteilt, dass es keine Spuren von der Munition gebe, die die Explosion an der Klinik beziehungsweise den Brand auf dem Parkplatz davor ausgelöst habe, schrieb die "New York Times". "Das Geschoss hat sich aufgelöst wie Salz im Wasser", sagte Hamas-Sprecher Ghasi Hamad der Zeitung am Sonntag (Ortszeit). "Es ist verdampft. Nichts ist übrig."

Bei der Explosion sollen laut der Gesundheitsbehörde in Gaza, die von der Hamas kontrolliert wird, Hunderte Menschen gestorben und verletzt worden sein. Die Zahl der Toten gab die Hamas zuletzt mit 471 an, lieferte aber laut "New York Times" keine weiteren Details zu den Opfern.

Die Hamas hatte direkt nach der Explosion Israel beschuldigt, das Krankenhaus beschossen zu haben. Israel spricht dagegen vom Einschlag einer fehlgeleiteten Rakete der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad. Das israelische Militär hat seither Luftaufnahmen, Mitschnitte und Videos veröffentlicht, die das belegen sollen.

Zur Frage nach Belegen ihrerseits schrieb der Leiter des Medienbüros der Hamas-Regierung, Salama Maruf, der "New York Times" in einer Nachricht: "Wer sagt, dass wir verpflichtet wären, die Überreste jeder Rakete zu präsentieren, die unsere Leute getötet hat? Im Allgemeinen können Sie vorbeikommen und sich anhand der Beweise, die wir besitzen, selbst überzeugen."

In ihrem Bericht räumte die "New York Times" auch ein, zu den internationalen Medien gehört zu haben, die die Darstellung der Hamas zur Explosion zunächst verbreitet hatten, noch bevor Israel eine Beteiligung mit Nachdruck dementierte.

© dpa-infocom, dpa:231023-99-671263/2

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