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Konflikt zwischen Sudan und Südsudan:Südsudan meldet Angriff sudanesischer Truppen

Der Konflikt zwischen Sudan und der einstigen Provinz Südsudan hat sich verschärft: Sudanesische Streitkräfte sollen die Grenze zum Nachbarland überschritten haben, meldet der südsudanesische Geheimdienst.

Der schwelende Konflikt zwischen Sudan und seiner einstigen Provinz Südsudan hat sich erneut verschärft. Nach südsudanesischen Angaben überschritten die Streitkräfte des Nordens die Grenze zum Nachbarland. Die Truppen seien in drei Angriffswellen rund zehn Kilometer über die Grenze vorgestoßen, sagte der stellvertretende Direktor des südsudanesischen Militärgeheimdienstes, Generalmajor Mac Paul.

Der medizinische Leiter des Militärkrankenhauses Rubkona sagte, ein getöteter Soldat und zwei Verletzte seien in seine Klinik gebracht worden. Rubkona liegt in der Mitte der Grenze zu Sudan. Vor wenigen Tagen kündigte Südsudan an, seine Truppen aus der umstrittenen Ortschaft Heglig abzuziehen, um einen Krieg mit Sudan zu vermeiden.

In den vergangenen Monaten hatte sich der Konflikt zwischen den beiden Staaten um die Aufteilung der Öleinnahmen und die umstrittene Grenze wieder verschärft. Zuletzt waren Kämpfe um die Ölanlagen im Grenzgebiet entbrannt. In der sudanesischen Hauptstadt Khartum hatte es zuvor Ausschreitungen gegen die christliche Minderheit gegeben.

Hunderte Muslime brannten am Samstagabend eine katholische Kirche nieder. Mehrere Zeitungen berichteten, die Muslime hätten zunächst Südsudanesen beleidigt und dann das Gebäude angezündet. Die Feuerwehr habe den Brand nicht löschen können. Eine Zeitung berichtete, auf dem Gelände hätten sich auch eine Schule und Schlafräume befunden. Das mehrheitlich christliche und animistische Südsudan löste sich 2011 von Sudan.

© dapd/str
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