Nordkorea hat wieder ein Geschoss in Richtung des Meeres östlich der koreanischen Halbinsel abgefeuert. Das berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das südkoreanische Militär. Nach Einschätzung des japanischen Verteidigungsministeriums und des zuständigen Regionalkommandos des US-Militärs (Pacom) soll es sich bei dem Geschoss um eine ballistische Rakete handeln.
„Wir sind über den Raketenstart informiert und stehen in engem Kontakt mit unseren Verbündeten und Partnern“, teilte Pacom auf seiner Homepage mit. Nach derzeitigem Stand stelle der Vorfall „keine unmittelbare Bedrohung für US-Personal, US-Hoheitsgebiet oder unsere Verbündeten dar“.
Südkoreas Präsidialamt berief Nationalen Sicherheitsrat ein
Das japanische Verteidigungsministerium erklärte, die Rakete sei wahrscheinlich außerhalb der japanischen Wirtschaftszone ins Japanische Meer gestürzt. Von der Küstenwache erging eine Warnung an die Schifffahrt in der Region. Das südkoreanische Präsidialamt berief nach dem Raketenstart eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein.
Vor dem Raketenstart hatte Kim Yo-jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong-un, eine Erklärung veröffentlicht. Darin wies sie die Forderung Seouls nach einer Entschuldigung für den Einsatz nordkoreanischer Minen zurück. Durch die Minen waren in der Demilitarisierten Zone zwei südkoreanische Soldaten bei einem Aufklärungseinsatz schwer verletzt worden. Die Demilitarisierte Zone ist ein schwer befestigtes Grenzgebiet zwischen den beiden koreanischen Staaten.
Nordkorea hatte zuletzt am 20. September mindestens eine ballistische Rakete in diese Richtung abgefeuert. Das Regime testet regelmäßig Raketen und andere Waffensysteme. Gemäß mehreren Resolutionen des UN-Sicherheitsrats ist es dem Land grundsätzlich untersagt, ballistische Raketen abzufeuern.

