Konflikt im Irak Irak bestellt wegen Truppenstationierung türkischen Botschafter ein

  • Die Türkei hat Soldaten in die nordirakische Region Mossul verlegt, um dort Peschmerga-Kämpfer auszubilden.
  • Der Irak hat nach eigenen Angaben dazu keine Zustimmung erteilt.

Irakischer Botschafter einbestellt

Im Streit um den Einsatz Hunderter türkischer Soldaten im Irak hat das Außenministerium in Bagdad den türkischen Botschafter einbestellt. Die Truppen müssten unverzüglich abgezogen werden, hieß es am Samstag in einer Erklärung des Ministeriums weiter. Ihr Einsatz sei "ein feindlicher Akt". Zuvor hatte Iraks Präsident Fuad Massum bereits den Abzug der Soldaten gefordert.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu erklärte dagegen, die Einheiten befänden sich seit bereits fast einem Jahr in Absprache mit den irakischen Behörden im Land. "Dieser Stützpunkt wurde eingerichtet als Ausbildungslager für Freiwillige aus der Region, die gegen den Terrorismus kämpfen", sagte er laut der Nachrichtenagentur Reuters in einer vom türkischen Fernsehsender NTV übertragenen Rede. Bislang seien mehr als 2000 Kämpfer ausgebildet worden. Die neu eingetroffenen Soldaten seien Teil eines turnusmäßigen Personalwechsels.

Medienberichte: Ausbildungsmission für kurdische Peschmerga Kämpfer

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen hat die Türkei Truppen in die nordirakische Region Mossul verlegt. Türkische Medien berichten, es handele es sich um eine routinemäßige Truppenrotation im Rahmen der Ausbildungsmission der Armee für kurdische Peschmerga-Kämpfer. Ein Bataillon habe die Region Mossul Baschika erreicht. Um wie viele Soldaten es sich genau handelt, wurde nicht mitgeteilt. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu sollen es etwa 150 Soldaten sowie bis zu 25 Panzer sein.

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Kein Zusammenhang mit Anti-IS-Koalition

In US-Regierungskreisen hieß es, die Verlegung stehe nicht im Zusammenhang mit der US-geführten Koalition gegen den selbsternannten Islamischen Staat (IS). Nach türkischen Angaben seien die Staaten, die gemeinsam gegen die Islamisten-Miliz IS kämpfen, über den Schritt informiert. Die Soldaten hätten sich bereits zuvor im kurdischen Teil des Irak aufgehalten. Der IS hatte die Millionenstadt Mossul 2014 unter seine Kontrolle gebracht.

Die Türkei unterhält enge Beziehungen zum autonomen Kurdengebiet im Nordirak, die Kurdengruppen in Syrien werden dagegen als feindlich eingestuft. Türkische Soldaten sind seit zweieinhalb Jahren in der autonomen Kurdenregion im Nordirak stationiert, um die Peschmerga für den Kampf gegen die Dschihadisten auszubilden.