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Kommunen - Friedrichshafen:Frauenanteil in Top-Etagen kommunaler Unternehmen gering

Hannover (dpa/lni) - Frauen sind trotz Fortschritten in der Top-Etage kommunaler Unternehmen weiter unterrepräsentiert - vor allem auch in Niedersachsen. Hier liegt der Anteil der Frauen in solchen Positionen laut einer neuen Studie bei 11,7 Prozent. Der Anteil ist hier zwar höher als in Rheinland-Pfalz (9,3 Prozent) und in Schleswig-Holstein (8,1 Prozent), jedoch deutlich niedriger als in Brandenburg (26,1) und Mecklenburg-Vorpommern (25,4). Bundesweit betrachtet stieg der Anteil weiblicher Führungskräfte in 69 größeren Kommunen im Vergleich zum Frühjahr 2018 um 1,3 Prozentpunkte auf 19,3 Prozent, wie die Zeppelin Universität Friedrichshafen berichtete.

Recht hoch ist der Anteil in der Stadt Bremen mit 25 Prozent, auch Bremerhaven liegt mit 20,7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. In Hannover sind der Studie zufolge 17,6 Prozent der Führungspositionen in kommunalen Unternehmen von Frauen besetzt, in Osnabrück liegt der Anteil bei 14,3 Prozent.

Zwischen den untersuchten Städten gibt es laut der Studie große Unterschiede. In manchen stieg im Laufe der Jahre der Anteil von Top-Managerinnen. In anderen gab es den Angaben zufolge eine Stagnation auf niedrigem Niveau oder sogar einen Rückgang. "Einige Kommunen haben sich des Themas angenommen und inzwischen eine vergleichsweise hohe Repräsentation erreicht. Das hängt in erster Linie von den handelnden Akteuren ab", sagte Studienleiter Ulf Papenfuß.

Spitzenreiter war erneut die Stadt Offenbach mit einer Frauenquote von 54,5 Prozent in der Top-Etage kommunaler Firmen. In den Unternehmen der Städte Braunschweig, Flensburg, Ludwigshafen und Neunkirchen gab es den Angaben zufolge im Untersuchungszeitraum April/Mai 2019 dagegen keine weiblichen Führungskräfte. Die Gründe dafür wurden nicht untersucht.

Ausgewertet wurden 1463 öffentliche Unternehmen wie Stadtwerke oder Krankenhäuser in 69 Städten. Verglichen wurden Stadtstaaten, Landeshauptstädte und die vier größten Kommunen je Bundesland. Veränderungen bei den Quoten können im Einzelfall allerdings auch damit zusammenhängen, dass in einem Unternehmen die Anzahl an Top-Managementposten erhöht wurde. Dadurch kann der Anteil weiblicher Führungskräfte sinken, obwohl keine Frau ausgeschieden ist.