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Kommunen - Dinklage:Dinklager Goldschatz: Keine Klarheit über Besitzanspruch

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Dinklage (dpa/lni) - Fast vier Jahre nach dem Fund eines Goldschatzes auf einem katholischen Friedhof in Dinklage bei Vechta muss wahrscheinlich ein Gericht die Frage nach dem Besitzanspruch klären. Der Finder, ein Mitarbeiter eines Gartenbaubetriebs, befindet sich mit der Stadt im Rechtsstreit. Solange es in dieser Frage keine Entscheidung gebe, könne die Stadt nicht über den Fund verfügen, sagte Stadtkämmerer Carl Heinz Putthoff. Wann sich das Landgericht Oldenburg mit dem Fall beschäftigen werde, stehe noch nicht fest. "Das kann noch lange dauern", sagte Putthoff. Der Finder habe inzwischen Prozesskostenbeihilfe beantragt.

Abgehakt seien aus seiner Sicht die Ansprüche einer jungen Frau aus Bremen, die sich Ende März per Mail bei der Stadt gemeldet hatte. Sie hatte angegeben, dass der Schatz mit einer Straftat in Verbindung stehen und zum Nachlass ihres Vaters gehören könnte. Der Nachlass stamme aus dem Jahr 2008. Das spreche aus Sicht der Stadt aber gegen Ansprüche der Frau: "Die Prägungen der Münzen sind von einem späteren Zeitpunkt, von daher sehe ich da keinen Zusammenhang", sagte Putthoff.

Im Juni 2016 waren bei Baggerarbeiten an einer Hecke in sieben Plastikdosen verpackte Krügerrandmünzen und Bargeld im Wert von 481 500 Euro gefunden worden. Inzwischen ist der Wert laut Putthoff um rund 24 Prozent gestiegen. Weil die Polizei nach einer Prüfung einen Zusammenhang mit einer Straftat ausschloss, übergab sie den Schatz der Stadt als Fundsache. Drei Jahre hatte der Eigentümer Zeit, sich zu melden - diese Frist lief Ende März ab.

Nach Konsultation eines Juristen kam die Stadt zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Schatz nicht um eine Fundsache handeln könne, denn schließlich sei Geld und Gold nicht verloren, sondern versteckt worden. Der Anwalt des Finders hält den Schatz hingegen sehr wohl für eine Fundsache.

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