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Neuer Posten:Gabriel kann ja nicht ewig daheim sitzen

Gabriel soll Deutsche-Bank-Aufsichtsrat werden

Sigmar Gabriel soll Deutsche-Bank-Aufsichtsrat werden.

(Foto: dpa)

Es ist weder illegal noch ehrenrührig, wenn der ehemalige SPD-Chef bei der Deutschen Bank im Aufsichtsrat sitzt.

Die Nachricht über den Einzug von Sigmar Gabriel in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank war am Freitag gerade eine halbe Stunde bekannt, da inszenierte der Vorsitzende der Linkspartei bereits Empörung. Bernd Riexinger twitterte sinngemäß, Gabriels Schritt sei noch schlimmer als das Engagement von Gerhard Schröder bei Putins Firma Gazprom.

Okay, dann mal der Reihe nach: Gabriel ist seit drei Jahren kein Wirtschafts- und seit knapp zwei Jahren überhaupt kein Minister mehr. Die vorgeschriebene Karenzzeit von 18 Monaten, in denen einem Ex-Regierungsmitglied wegen möglicher Interessenkonflikte ein Job in der Wirtschaft untersagt werden kann, ist vorbei. Soll er nun ewig daheim in Goslar sitzen und das Glas putzen? Auch als Assistent in der Zahnarztpraxis seiner Frau ist er wahrscheinlich kaum zu gebrauchen; und auf seine nächste Abrechnung mit der SPD auf Zeit Online wartet auch nicht jeder. Die Deutsche Bank wiederum hat früher einiges ausgefressen; die Krim überfallen hat sie nicht.

Mit anderen Worten: Es ist weder illegal noch ehrenrührig, bei ihr im Aufsichtsrat mitzuwirken. Wenn die Bank sich auf die Kapitalseite des Aufsichtsrats jemanden holt, der das Management gelegentlich vor seiner eigenen Gier schützt - warum nicht? Sigmar Gabriel hätte bestimmt viel zu erzählen, nach ein paar Sitzungen. Würde man sogar sehr gerne lesen! Was das Aktienrecht jedoch leider verlangt: Verschwiegenheit.

© SZ vom 25.01.2020/aner
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