LateinamerikaDe la Espriella als Präsident Kolumbiens vereidigt

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De la Espriella gewann knapp gegen einen linken Kandidaten; bis zu seinem Wahlsieg bekleidete er noch nie ein politisches Amt. (Archivbild)
De la Espriella gewann knapp gegen einen linken Kandidaten; bis zu seinem Wahlsieg bekleidete er noch nie ein politisches Amt. (Archivbild)
Reuters/Juan David Duque

Kolumbiens neuer Staatschef ist 48 Jahre alt und nennt sich selbst „El Tigre“. Der rechte Politiker will unter anderem die Beziehungen seines Landes zur Trump-Regierung ausbauen.

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Kolumbiens neuer rechtsgerichteter Präsident Abelardo de la Espriella hat bei seiner Vereidigung ein hartes Vorgehen gegen den Drogenhandel und haushaltspolitische Sparmaßnahmen angekündigt. „Mitglieder krimineller Banden und narkoterroristischer Gruppen haben zwei Möglichkeiten: sich dem Rechtsstaat zu fügen oder sich dem entschlossenen Vorgehen des kolumbianischen Staates und seiner Sicherheitskräfte zu stellen“, sagte er am Freitag in seiner Antrittsrede auf einem Militärstützpunkt in Cali. Die Möglichkeiten für Friedensgespräche seien ausgeschöpft.

Der 48 Jahre alte Anwalt nennt sich selbst „El Tigre“ (der Tiger). Er übernimmt ein Land, in dem bewaffnete Gruppen und kriminelle Organisationen in vielen Regionen wieder an Einfluss gewonnen haben. Nun kündigte de la Espriella an, den illegalen Kokaanbau mit Herbizid-Sprühflügen bekämpfen zu wollen. Als eine seiner ersten Amtshandlungen werde er Kolumbien außerdem der von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufenen Initiative „Shield of the Americas“ anschließen.

Auf der Gästeliste: Gianni Infantino

De la Espriella gilt als Verbündeter Trumps. Er will die zuletzt abgekühlten Beziehungen zu den USA wieder ausbauen und im Kampf gegen den Drogenhandel enger mit Washington zusammenarbeiten. Kolumbien, der weltweit größte Produzent von Kokain, war lange Zeit der wichtigste Partner der USA in Südamerika, bevor sich das Verhältnis unter de la Espriellas linkem Vorgänger Gustavo Petro deutlich verschlechterte. De la Espriella plant auch, die diplomatischen Beziehungen zu Israel wiederherzustellen, die Petro wegen des Gaza-Kriegs abgebrochen hatte. Der neue Präsident soll Kolumbien bis 2030 regieren.

Zu den internationalen Gästen der Zeremonie in Cali zählten unter anderem Spaniens König Felipe VI. und der ultraliberale argentinische Präsident Javier Milei. Auch Fifa-Präsident Gianni Infantino war vor Ort, der zuletzt wegen seiner Pläne für einen milliardenschweren Investorenfonds für die Fifa in die Kritik geraten war.

De la Espriella vertrat als Anwalt paramilitärische Gruppen

Um das Vertrauen von Unternehmen und Investoren zurückzugewinnen, versprach der neue Präsident, die öffentlichen Ausgaben einzufrieren und das Steuersystem zu vereinfachen. Der Staatsapparat solle um bis zu 40 Prozent verkleinert, die Öl- und Gasindustrie wieder angekurbelt werden. Beliebte Sozialprogramme sollen jedoch erhalten bleiben. An die Unternehmen gewandt, erklärte de la Espriella, seine Regierung werde ein verlässlicher Partner für Investoren sein.

Sein Vorgänger Petro hatte als erster Linker an der Spitze des Landes gestanden und durfte nicht mehr antreten. Im Juni gewann de la Espriella knapp die Stichwahl gegen den linken Regierungskandidaten Iván Cepeda; bis dahin hatte er noch nie ein gewähltes politisches Amt bekleidet. Als Anwalt vertrat er prominente Angehörige rechter paramilitärischer Gruppen. „Ich bin angetreten, um ein langes Kapitel der nationalen Resignation zu schließen und gemeinsam mit dem Volk unser Schicksal so grundlegend wie nie zuvor neu zu gestalten“, sagte de la Espriella.

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