Kolumbien 21 Tote nach Anschlag auf Polizeischule

Sicherheitskräfte sind im Einsatz nach einem Bombenanschlag in der Polizeischule General Santander.

(Foto: dpa)
  • In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind durch eine Autobombe an einer Polizeischule 21 Menschen getötet worden.
  • Die Ermittler identifizierten den Täter, der bei dem Anschlag ums Leben kam, als Mitglied der linken Guerillaorganisation ELN.
  • Zuletzt hatte sich die Sicherheitslage in dem südamerikanischen Land nach einem jahrzehntelangen Konflikt zwischen Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs verbessert.

Durch einen Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in Kolumbien sind 21 Menschen ums Leben gekommen. 68 weitere Menschen wurden verletzt, als auf dem Gelände der Polizeischule General Santander im Süden der Millionenmetropole eine Autobombe detonierte, berichteten die örtlichen Medien in der Nacht zum Freitag unter Berufung auf neueste Angaben der Polizei.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft steuerte der Täter sein Auto durch den Haupteingang der Akademie. Als ein Spürhund bei der Kontrolle anschlug, gab der Fahrer Gas und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände. Dort explodierte das Auto. Mehrere Gebäude wurden beschädigt, das Fahrzeug brannte aus.

Die Ermittler identifizierten den Täter, der bei dem Anschlag ums Leben kam, als Mitglied der linken Guerillaorganisation ELN. Der Mann haben unter dem Kampfnamen "Mocho Kico" 17 Jahre lang als Sprengstoffexperte in den Reihen der Rebellen im Osten des Landes gedient, berichtete der Fernsehsender Caracol unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft. Ob der Angriff allerdings von der ELN angeordnet wurde, ist unklar. Die Führung der Rebellen äußerte sich zunächst nicht.

Präsident Duque: "Dieser Anschlag wird nicht ungesühnt bleiben"

Kolumbien litt jahrzehntelang unter einem bewaffneten Konflikt zwischen den Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs. Rebellengruppen und das Medellín-Kartell von Drogenboss Pablo Escobar verübten vor allem in den 1980er Jahren immer wieder schwere Sprengstoffanschläge in der Hauptstadt Bogotá. Zuletzt hatte sich die Sicherheitslage in dem südamerikanischen Land aber verbessert. Die größte Rebellenorganisation Farc hat mittlerweile einen Friedensvertrag mit der Regierung abgeschlossen und die Waffen niederlegt.

Allerdings kämpft die kleinere Guerillagruppe ELN noch immer gegen den Staat. Erst vor wenigen Tagen hatten ELN-Kämpfer im Osten von Kolumbien den Helikopter einer privaten Sicherheitsfirma abgeschossen, drei Mitarbeiter als Geiseln genommen und 1,7 Milliarden Pesos (478 000 Euro) gestohlen. Auch Verbrechersyndikate, die in Drogenschmuggel verwickelt sind, liefern sich immer wieder blutige Auseinandersetzungen mit Polizei und Streitkräften.

"Dieser Anschlag wird nicht ungesühnt bleiben. Wir Kolumbianer haben uns nie dem Terrorismus unterworfen", sagte Präsident Iván Duque am Tatort des Autobomben-Anschlags. "Ich rufe alle Kolumbianer dazu auf, sich gegen die Gewalttätigen zusammenzutun: Wir weichen nicht einen Schritt zurück vor jenen, die die Gesellschaft angreifen." Auch Vertreter der früheren Farc-Rebellen, die mittlerweile als politische Partei für ihre Ziele eintreten, verurteilten den Bombenanschlag. "Das Attentat auf die Polizeischule General Santander ist sehr bedauerlich. Solidarität mit den Familien der Opfer", schrieb Farc-Senatorin Victoria Sandino auf Twitter. "Wir müssen uns fragen, wer von solchen Aktionen profitiert und welche Ziele sie verfolgen."

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Bei der Wahl ging es auch um die Zukunft des Friedensabkommens mit der Farc-Guerilla. Duque will es grundlegend ändern und könnte die Ex-Rebellen zurück in den Untergrund treiben.