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Kolonialverbrechen Ungesühnter Völkermord

Vertreter der Voklsgruppen Nama und Herero in Berlin.

(Foto: Kay Nietfeld/dpa)
Die Massaker an Herero und Nama sind ein Schandfleck der deutschen Kolonialgeschichte. Vertreter der Volksgruppen fordern Entschädigungen.
, Berlin

Vertreter der namibischen Volksgruppen Herero und Nama haben am Montag in Berlin erneut an die Massaker an ihren Vorfahren erinnert. Sie forderten von der Bundesregierung eine Entschuldigung und Entschädigungen. Die Verbrechen an den Herero und Nama im heutigen Namibia durch deutsche Kolonialtruppen gelten als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1904 hatte der deutsche Gouverneur der Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika, Lothar von Trotha, die planmäßige Vernichtung der Volksgruppe der Herero angeordnet. Diese hatten sich gegen Landraub und Willkürherrschaft der Deutschen aufgelehnt. Mindestens 60 000 Herero wurden getötet. Anschließend drängten die deutschen Soldaten die überlebenden Männer, Frauen und Kinder in die Wüste und schnitten sie von Wasserstellen ab. Viele verdursteten. Auch der Stamm der Nama wurde brutal verfolgt, etwa 10 000 Menschen starben. Die Bundesregierung verhandelt seit vier Jahren mit Namibia über eine Aufarbeitung.

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