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Körperverletzung:Bewährungsstrafe für NPD-Politiker

Weil er einen Studenten auf dem Mainzer Uni-Campus verprügelt und schwer verletzt hat, ist der hessische NPD-Vize Matthes zu elf Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Eine Schlägerei auf dem Campus der Uni Mainz hat nun Folgen für den Vize-Chef der hessischen NPD. Mario Matthes wurde vom Amtsgericht Mainz wegen Beleidigung und schwerer Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten verurteilt. Zudem muss der 23-jährige Student hundert Sozialstunden ableisten, teilte ein Gerichtssprecher mit.

Rechtfertigt seine Tat in einem Interview auf der Seite der "Jungen Nationaldemokraten": Der hessische NPD-Politiker Mario Matthes.

(Foto: Screenshot: sueddeutsche.de)

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Matthes im Januar auf dem Gelände der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität einen Mitstudenten, ein Mitglied der antifaschistischen Bewegung, beleidigt und zusammengeschlagen hat. Das Opfer wurde dabei schwer verletzt.

Die Universität Mainz hatte Matthes nach dem Vorfall eine offizielle Rüge erteilt. Die Studentenvertretung AStA und antifaschistische Gruppen hatten daraufhin kritisiert, dass der NPD-Landesvize nicht exmatrikuliert wurde.

Auf einschlägigen Internetseiten hatte sich der NPD-Politiker für die Strafttat gerechtfertigt und rühmt sich für seine Tat: "Wer sich auf die Fahne heftet, für die Freiheit unseres Volkes kämpfen zu wollen, und sich nicht einmal traut kleine Nachteile in Kauf zu nehmen, bei dem kann es mit seiner Liebe zu Deutschland nicht weit her sein."

In den Auslassungen, die auf der Internet-Seite in Form eines Interviews veröffentlicht werden, präsentiert sich der Täter als Opfer und gibt die Schuld antifaschistischen Studentenvereinigungen. "Was soll man denn schon von solchen unethischen Gruppen erwarten, außer das Ertränken in Selbstmitleid und Ehrlosigkeit?", heißt es dort.

In einem Begleittext erkennen die Rechten "eine stillschweigende Koalition aus Antifa und Staat", die "zunehmend die Ausbildungsstätten in das Visier ihrer perfiden Machenschaften" nähmen.

Am Ende wünscht der Fragensteller Matthes "viel Erfolg beim Rechtskampf". Der blieb aus. Mario Matthes ist jetzt vorbestraft.