Kölner Frauenhaus Unter uns

Die Würde der Frau ist unantastbar. Doch selbst der Gesetzgeber nahm es damit nicht immer allzu genau. Symbolfoto: Samira Schulz/plainpicture; Collage: illutrov

Die Bewohnerinnen des Kölner Frauenhauses erzählen, wie ihnen Leib und Seele zerstört wurden. Geschichten über die Flucht aus dem deutschen Alltag.

Von Ulrike Nimz

Lesedauer: 14 Minuten

Die Familie trifft sich dort, wo Deutschland grün und bergig ist. Der Frühling fühlt sich schon an wie Sommer, und die Festgesellschaft ist ausgelassen. So als würde das Leben beginnen und nicht enden. Sie habe ein Kleid getragen und gefroren, erinnert sich Adrijana, obwohl draußen fast zwanzig Grad herrschten. Elf Jahre alt ist sie an jenem Tag im März, gefeiert wird eine serbische Hochzeit - Adrijanas Hochzeit mit einem Dreizehnjährigen. "Er ist hässlich", denkt sie, als sie ...