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Polizei ermittelt:Gedenkort für Opfer von Hanau in Köln zerstört

Die örtlichen Jusos hatten mit Bildern im öffentlichen Raum an die Getöteten des Anschlags erinnert. Bei den Ermittlungen soll der Staatsschutz hinzugezogen werden.

Unbekannte haben einen Gedenkort für Opfer des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau in Köln zerstört. Sie hätten Folien mit Namen und Bildern der Opfer abgerissen und in die Böschung am Rhein geworfen. Die Polizei bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Vorfall in Köln-Rodenkirchen, über den zunächst die Kölner Jusos berichtet hatten.

Die Täter hatten den Gedenkort nach Angaben der Jugendorganisation der SPD in der Nacht von Samstag auf Sonntag zerstört. Der Vorfall wurde als Sachbeschädigung angezeigt. Bei den Ermittlungen werde der Staatsschutz hinzugezogen, hieß es.

Die Kölner Jusos hatten anlässlich des Jahrestages des Anschlags am 19. Februar an mehreren Orten zum Gedenken aufgerufen. Nach der Zerstörung des kleinen Gedenkortes an der Rheinstation am Rodenkirchner Leinpfad schrieben sie nun auf Facebook: "Diese Tat beweist einmal mehr, dass Rassismus ein großes Problem in unserer Gesellschaft ist. Wer nicht davor zurückschreckt einen Erinnerungsort für Getötete zu zerstören, hat jede Menschlichkeit verloren."

Am Abend des 19. Februar 2020 hatte der 43-jährige Tobias R. neun Menschen an mehreren Orten in der hessischen Stadt Hanau erschossen, bevor er mutmaßlich seine Mutter tötete und anschließend sich selbst. Zuvor hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht.

© SZ/dpa/aner
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