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Köln:Aussage im Rizin-Prozess

Die mutmaßliche islamistische Rizin-Bombenbauerin von Köln hat Terrorpläne bestritten und die Justiz scharf kritisiert. Einen Anschlag mit dem biologischen Kampfstoff Rizin habe sie weder geplant noch durchführen wollen, behauptete die 44-jährige Deutsche am Mittwoch am Düsseldorfer Oberlandesgericht. Lediglich ihre geplante Ausreise zur Terrororganisation Islamischer Staat räumte sie in ihrer 170 Seiten starken Einlassung ein. Ihr Ehemann habe sie getäuscht und hintergangen, so die siebenfache Mutter. Sie hätte nie zugelassen, dass ein so giftiger Stoff wie Rizin in die Nähe ihre Kinder gelange. Auch habe sie nicht gewusst, wie gefährlich das Pulver gewesen sei, das in ihrer Wohnung in Köln-Chorweiler hergestellt wurde. Den Richtern gehe es nur darum, sie schnell und hart zu bestrafen, sagte die Kölnerin. Das Gericht habe kein Interesse an der Aufklärung gezeigt. Der Bundesanwaltschaft warf sie Vorverurteilung vor. Das Gericht hatte mehrfach erklärt, dass es von der Schuld der zum Islam konvertierten Deutschen überzeugt sei. Ihren Verteidigern warf der Senat Prozessverschleppung vor. Der Prozess gegen die Frau dauert bereits neun Monate. Ihr Mann, ein 31-jähriger Tunesier, war am vergangenen Donnerstag für den Bau der Bombe mit dem hochgiftigen biologischen Kampfstoff Rizin zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

© SZ vom 02.04.2020 / dpa

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