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Koalitionsbruch in Österreich:Ende einer zerrütteten Beziehung

Die große Koalition in Wien war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Die ÖVP will nun aus der Agonie der SPÖ Profit ziehen, doch lachender Dritter wird vermutlich die rechtspopulistische FPÖ sein.

Das alte, etwas überstrapazierte Postulat, lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende, passt gut auf das, was da in Österreich in den letzten anderthalb Jahren stattgefunden hat.

Er tritt ab: Bundeskanzler Alfred Gusenbauer.

(Foto: Foto: Reuters)

Beide Koalitionspartner, Volkspartei und Sozialdemokraten, haben sich binnen eineinhalb Jahren ihres gemeinsamen Regierens nicht in ihre jeweils neue Rolle finden können.

Die Sozialdemokraten haben ihre plötzliche Ankunft in der Regierungsverantwortung bis heute nicht wirklich verdaut. Sie scheiterten an dem Vorhaben, großartige Versprechungen aus Wahlkampfzeiten in der Regierungsverantwortung durchsetzen. Bald standen sie im Ruf, vor dem eisernen Widerstand der christsozialen ÖVP allzu oft klein beigegeben zu haben.

Die ÖVP wiederum hat den Verlust des Kanzleramtes für eine Art Irrtum der Geschichte gehalten. Beide Seiten blockierten einander seither, stritten mehr als die Inhalte hergaben. Die Volkspartei richtete ihr Hauptaugenmerk darauf, ja nichts von dem, was sie in der Rechtskoalition beschlossen hatte, wieder abgeben zu müssen.

Insbesondere aber war sich das Personal, angefangen bei Kanzler Gusenbauer und Vizekanzler Molterer, von Haus aus nicht grün. Vor allem der frühere Bundeskanzler Schüssel wirkte als Fraktionsvorsitzender der ÖVP im Hintergrund eher zersetzend als konstruktiv .

Lesen Sie auf Seite zwei, was den Ausschlag für das Ende der zerrütteten Beziehung von SPÖ und ÖVP gegeben hat.

Koalition in Österreich

"Es reicht"