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Klimaschutz:Paris ade

Deutschland gibt der Welt ein Beispiel. Leider.

Selten ging es in der internationalen Klimapolitik so emotional zu wie im vergangenen Dezember. Selbst die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks wurde zum Abschluss der Klimakonferenz für ihre Verhältnisse geradezu pathetisch. "Das ist heute ein historischer Moment", sagte sie. Dies trifft insofern immer noch zu, als dass die einmütige Begeisterung für den Klimaschutz längst Geschichte ist.

Damit die Beschlüsse von Paris umgesetzt werden können, arbeitet Hendricks seit Monaten am Klimaschutzplan 2050, es ist sozusagen der Laufzettel für Deutschland. Würde der sauber abgearbeitet, dürften in 14 Jahren zum Beispiel keine Autos mit konventionellen Verbrennungsmotoren mehr verkauft werden; 2050 wäre der Verkehr vollkommen unabhängig vom Öl.

Davon wird kaum noch etwas wahr werden. Erst hat Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel dafür gesorgt, dass weiterhin Kohle verfeuert werden darf, um Strom zu erzeugen. Jetzt legt das Kanzleramt nach und streicht Hendricks' Plan zusammen. Die einst ehrgeizigen Klimaschutzziele der Bundesregierung werden so nicht mehr zu halten sein. Das ist nicht nur für Deutschland fatal. Denn seit dem Ausstieg aus der Atomkraft und mit dem Versuch einer Energiewende ist die Bundesrepublik weltweit zum Vorbild geworden - bei allem, was im Umweltschutz möglich ist; aber eben auch bei allem, was unmöglich zu sein scheint.