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Klimapolitik:Merkel will wieder Klima-Kanzlerin sein

Die Kanzlerin besinnt sich ihrer alten Rolle: Sie will die Amerikaner dazu drängen, bei der Klimakonferenz in Kopenhagen weitreichenden Zielsetzungen zuzustimmen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will die USA bei ihrem Besuch am Dienstag in Washington dazu drängen, bei der bevorstehenden Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen weitreichenden Zielsetzungen zuzustimmen.

Angela Merkel will die Amerikaner dazu bringen, mehr für den Klimaschutz zu tun.

(Foto: Foto: aFP)

"Noch ist nicht sicher, dass Kopenhagen ein Erfolg wird", sagte die CDU-Vorsitzende in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft im Internet.

Der frühere US-Vizepräsident Al Gore sieht gute Chancen, dass die USA mit einem echten Verhandlungsangebot in Kopenhagen erscheinen.

Merkel sagte, die Bekämpfung des Klimawandels sei "eine der unaufschiebbaren Aufgaben weltweit". Deshalb sei es notwendig, "dass wir die verbleibenden Wochen bis Kopenhagen nutzen, um hier gemeinsam mit unseren amerikanischen Partnern eine erfolgreiche Konferenz in Kopenhagen vorzubereiten".

Bei der UN-Konferenz in Kopenhagen will sich die Weltgemeinschaft im Dezember auf ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll verständigen, das 2012 ausläuft. Die USA hatten das Protokoll 1997 zwar unterzeichnet, aber nie ratifiziert.

Merkel bricht am Montag nach Washington auf. Am Dienstag wird sie US-Präsident Barack Obama treffen und vor dem US-Kongress reden. Diese Ehre hatte vor ihr bisher als einziger Bundeskanzler Konrad Adenauer 1957.

Gore sagte dem Spiegel, er rechne mit einer Teilnahme von US-Präsident Barack Obama am Gipfel: "Ich bin mir sicher, er wird nach Kopenhagen fahren." Er sei optimistisch, dass der US-Kongress sich bis zum Gipfel auf einen einheitlichen Entwurf für ein Klimaschutzgesetz einigen werde. "Deshalb stehen die Chancen gut, dass wir Amerikaner mit einem echten Verhandlungsangebot in Kopenhagen erscheinen."

Gore appellierte auch an andere Nationen, ihre Klimaschutzpolitik radikal zu ändern: "Alle Entwicklungsländer müssen verbindliche Obergrenzen für ihren CO2-Ausstoß akzeptieren. Diese Länder irren sich, wenn sie glauben, sie kämen mit unverbindlichen Zusagen davon."

© sueddeutsche.de/AP/gba
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