In den Fluten von Jacobabad war ein alter Mann umgekommen, eines von mindestens 1700 Todesopfern jener Katastrophe, die im September 2022 ein Drittel Pakistans unter Wasser gesetzt und viele Millionen Menschen obdachlos gemacht hatte. „Wir wussten nicht, wo wir ihn begraben sollten“, sagte Abdul Hafeez Khoso vor einiger Zeit in einem Video-Call. „Alles war unter Wasser.“ Der 42 Jahre alte Landwirt ist einer von 39 Bauern und Bäuerinnen aus der pakistanischen Provinz Sindh, die wegen der verheerenden Katastrophe in Deutschland vor Gericht ziehen. Vor dem Landgericht Heidelberg verklagen sie den Energiekonzern RWE und den Baustoffkonzern Heidelberg Materials – zwei der größten Emittenten von Kohlendioxid in Deutschland – auf mehr als eine Million Euro Schadenersatz.
KlimaklagePakistanische Bauern fordern Schadenersatz von deutschen Konzernen
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39 Landwirte verklagen RWE und Heidelberg Materials wegen der verheerenden Flut von 2022 auf mehr als eine Million Euro. Die Unternehmen seien mitverantwortlich für den Klimawandel und damit für das Ausmaß der Schäden.
Von Wolfgang Janisch, Karlsruhe
