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Klimaabkommen von Paris:Merkel an Trump: "Nichts wird uns aufhalten"

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert US-Präsident Donald Trump nach dessen Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen. Die Entscheidung sei "äußerst bedauerlich".
  • Die übrigen Länder rief Merkel zur verstärkten Zusammenarbeit auf.
  • Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Ziele des Abkommens auch ohne die USA erreicht werden könnten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Entscheidung der USA, aus dem Klimaabkommen von Paris auszusteigen, harsch kritisiert. Der Schritt sei "äußerst bedauerlich", sagte Merkel. "Und damit drücke ich mich noch zurückhaltend aus."

Zugleich forderte Merkel, den Blick nun nach vorn zu richten. "Allen, denen die Zukunft unseres Planeten wichtig ist, sage ich: Lassen Sie uns gemeinsam den Weg weitergehen, damit wir erfolgreich sind für unsere Mutter Erde." Das Pariser Abkommen sei notwendig, "um unsere Schöpfung zu bewahren. Nichts kann und wird uns dabei aufhalten", sagte Merkel weiter.

Merkel: "Das Abkommen wird zum Erfolg führen"

Am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump bekannt gegeben, die Gemeinschaft der Länder, die den Vertrag von Paris unterzeichnet hatten, zu verlassen. Er begründete dies damit, dass der Vertrag die USA benachteilige und der US-Bevölkerung schade - was führende Politiker und Experten aus den USA wie aus anderen Ländern umgehend zurückwiesen.

Merkel betonte, der Klimavertrag sei ein wichtiger Eckpfeiler für die Zusammenarbeit der Länder der internationalen Gemeinschaft. Er weise zudem den Weg zu "mehr Wohlstand und mehr Chancen auf der Welt". Nun müssten alle Kräfte gebündelt werden, um weiterhin für ehrgeizige Klimaziele zu kämpfen. Die Bundeskanzlerin gab sich zudem zuversichtlich: "Das Abkommen wird zum Erfolg führen."

Ähnlich hatte sich am Morgen bereits Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) geäußert. Hendricks sagte, sie sehe nach dem Rückzug der USA den Schulterschluss der verbliebenen Länder umso fester. Es würde den Europäern aber "nicht gut anstehen, wenn sie jetzt eine andere Art von Diplomatie einleiten würden", sagt sie in Berlin. Ab 2018 werde der Beitrag der USA fehlen. Deswegen seien aber nicht die anderen Länder verpflichtet, mehr zu zahlen.

© SZ.de/bepe/ewid

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