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Klima:CO₂ ungebremst

Der Kohlendioxidanteil in der Erdatmosphäre erreicht einen neuen Rekordwert. Die bisherigen Maßnahmen in Sachen Klimaschutz fruchten nicht.

Die Nachricht war so erwartbar wie die Mitteilung, wonach die Weltbevölkerung erneut gewachsen sei. Und doch ist es erschütternd zu hören, dass der Kohlendioxidanteil in der Erdatmosphäre einen neuen Rekordwert erreicht hat. Die Marke von 400 CO₂-Partikeln pro einer Million Luftteilchen wurde bereits vor drei Jahren überschritten, nun liegt der jährlich im Mai erreichte Spitzenwert bei 405,5.

Kann das sein? Gibt es nicht in vielen Erdteilen Maßnahmen gegen Klimawandel und Ressourcenverbrauch? Die unangenehme Wahrheit lautet: Das fruchtet alles noch nicht. Und es ist viel zu wenig. Es fliegen mehr Flugzeuge denn je durch den Luftraum, es wummern mehr Kohlekraftwerke auf den Kontinenten, und die Menschen tuckern weiterhin mit Ottomotoren zur Arbeit.

Das Bemühen in Sachen Klima darf nicht bei symbolischen Maßnahmen enden. Es bräuchte einen klaren Auftrag der Weltbevölkerung an ihre Politiker, dem Raubbau an der Erde ein Ende zu setzen. Kohle müsste besteuert, das Wirtschaften insgesamt anders organisiert werden. Und bei allem Respekt vor so mancher Leistung Merkels: Das oft zitierte Etikett der Klimakanzlerin hat sie letztlich nicht verdient. Dafür sieht ihre Bilanz zu schlecht aus, ähnlich schlecht wie die CO₂-Bilanz des Planeten.

© SZ vom 23.11.2018
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