Klaus Töpfer:Eine Instanz verstummt

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1993 in Sachsen-Anhalt: Bundesumweltminister Klaus Töpfer besichtigt das zu DDR-Zeiten als Kernkraftwerk geplante Gelände bei Stendal. Schon 1988 forderte er eine Zukunft ohne Atomenergie. (Foto: Jan Bauer/DPA)

Niemand hat die deutsche Umweltpolitik der vergangenen 50 Jahre so geprägt wie Klaus Töpfer – und das tat er bis ins hohe Alter hinein. Nun ist der CDU-Politiker mit 85 Jahren gestorben.

Nachruf von Michael Bauchmüller, Berlin

Womit alles seinen Anfang nahm, ist schwer zu sagen. Vielleicht ist es die Sache mit der Bleihütte in Braubach, Ende der Siebzigerjahre. Bei Untersuchungen stellt sich heraus, dass jeder zehnte Schüler in dem Ort beunruhigend viel Blei im Blut hat. Das Gesundheitsministerium in Rheinland-Pfalz interveniert, die Anlage nahe Koblenz muss nachgerüstet werden. Staatssekretär ist ein gewisser Klaus Töpfer. „Mit allem Nachdruck“ will er gegen die Blei-Kontamination vorgehen. Ganze Ernten müssen die Braubacher Bauern wegwerfen, auch der Wein ist betroffen. Für Töpfer, damals Anfang 40, ist es eine der ersten Begegnungen mit dem Raubbau.

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