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King David Hotel in Jerusalem:Warum Obama auf Cheeseburger verzichten muss

Schon vor Wochen waren die ersten Trupps vom Secret Service hier, Rohrleitungen wurden überprüft, die Dächer für die Position der Scharfschützen inspiziert, die Nachbarschaft ausgeleuchtet. Nichts wird dem Zufall überlassen, und auch den Gastgebern wollen die Amerikaner nur bedingt vertrauen. Was sie brauchen zum Schutz des Präsidenten, bringen sie selber mit in zwei Transportmaschinen, die zusätzlich zur Air Force One in Israel landen.

Die Lobby des King David Hotel in Jerusalem.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Obamas Limousine ist dabei, genannt "The Beast", ein gepanzertes Ungetüm, das selbst Angriffen mit biologischen und chemischen Waffen standhalten soll. Und natürlich werden auch die eigenen Marine One-Hubschrauber bereitstehen, damit der Präsident vom Himmel hoch herabsteigen kann bei seiner Friedensmission zwischen Jerusalem und Ramallah.

Es wird eine anstrengende Reise, zahllose Termine in 48 Stunden. Die "großartige Aussicht" auf die Altstadtmauern von Jerusalem, den "schönsten Gartenpool der Welt" und all die Annehmlichkeiten seiner 4000 Dollar teuren Suite, die Roni Carmel mit professionellem Pathos preist, wird Obama kaum genießen können. Doch ein wenig Ruhe wird er finden und Entspannung - Probleme gibt es höchstens, wenn der Präsident einen Cheeseburger will, eine Pizza oder auch nur ein Stück Brot.

Denn das King David ist ein koscheres Hotel, und in den Tagen des Besuchs erfordert das noch einmal verschärfte Regeln. In der nächsten Woche nämlich beginnt das jüdische Pessach-Fest, an dem des Auszugs aus Ägypten gedacht wird und zur Erinnerung an die Fluchtbedingungen der Altvorderen nur ungesäuertes Brot gegessen wird.

In welchem Zimmer wird er schlafen? Wegweiser zum King David Hotel.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Vor dem Fest muss jedes Haus koscher für Pessach gemacht und gründlich von allen Brotkrümeln gereinigt werden - und weil das im gesamten Hotel unmöglich gewesen wäre in der kurzen Frist nach Obamas Abreise, hat der jüdische Frühjahrsputz bereits stattgefunden und die Pessach-Regeln gelten jetzt schon. "Die Amerikaner wussten vorher davon", sagt Roni Carmel, "und sie akzeptieren es."

Eine Alternative hätten sie in Jerusalem auch nicht gefunden. Gewiss, es gibt genügend andere Fünf-Sterne-Häuser. Doch erstens sind auch die alle koscher - und zweitens gibt es nur ein King David Hotel.