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Kinderbetreuung:Schröder will Kita-Gelder nach Westdeutschland umleiten

Die Fördergelder für neue Kita-Plätze sollen vorrangig an westdeutsche Länder mit hohem Nachholbedarf gehen. Den Bundesländern wirft Schröder vor, wichtige Zahlen zum Kita-Ausbau wie "Staatsgeheimnisse" unter Verschluss zu halten.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder will die Fördergelder für neue Kita-Plätze vorrangig an westdeutsche Länder mit hohem Nachholbedarf vergeben. "Es wäre ein Schildbürgerstreich, wenn die Länder, die schon mit den bisherigen Mitteln den Rechtsanspruch verwirklichen können, jetzt noch einmal einen Nachschlag verlangen", sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

"Wir müssen die Mittel dort einsetzen, wo noch Plätze fehlen." Dann könne der gesetzlich fixierte Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz im August 2013 auch realisiert werden. Die Ministerin warf den Bundesländern vor, wichtige Daten unter Verschluss zu halten. "Manche Länder schotten ihre Kita-Zahlen vor uns ab, als ob es ein Staatsgeheimnis wäre."

Zahl der fehlenden Kita-Plätze ist unklar

Vom kommenden Jahr an haben Eltern einen gesetzlichen Anspruch, ihre Kinder betreuen zu lassen. Zuletzt fehlten Schätzungen zufolge bundesweit noch 130 000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige - 600 000 Plätze sind bereits vorhanden. Schröder hält es dennoch für möglich, die erforderlichen Kita-Plätze anzubieten. "Ganz Deutschland braucht 780 000 Plätze, in diesem Frühjahr haben noch 160 000 gefehlt. Zwischen März 2011 und Mai 2012 sind 100 000 Plätze entstanden, für den Rest haben die Länder 14 Monate", sagte die Bundesministerin der Rheinischen Post.

"Die Länder müssen nochmal deutlich Tempo machen. Aber sie können es schaffen." Die CDU-Politikerin kündigte an, betriebliche Kindergärten stärker zu fördern. "Hier wollen wir noch mehr Anreize schaffen. Da sehe ich ein riesiges Potenzial." Viele Städte hätten gar nicht die Flächen in der Innenstadt für mehr Kitas - Betriebe im Gewerbegebiet aber schon.

© Süddeutsche.de/dpa/dapd/schu
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