KlimawandelUnicef: Klimakrise bedroht fast jedes Kind

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Ein Kind läuft auf den Philippinen in einem Bewässerungskanal spazieren, der durch das Wetterphänomen El Niño ausgetrocknet war (Archivbild).
Ein Kind läuft auf den Philippinen in einem Bewässerungskanal spazieren, der durch das Wetterphänomen El Niño ausgetrocknet war (Archivbild). Francis R. Malasig/EPA/dpa
  • Fast die Hälfte aller Kinder weltweit ist einem Unicef-Bericht zufolge mindestens drei Klimagefahren gleichzeitig ausgesetzt.
  • Kinder leiden stärker unter Klimawandel-Folgen als Erwachsene, da sie körperlich empfindlicher sind und weniger effizient schwitzen.
  • In Deutschland erleben 97,5 Prozent der Kinder mindestens eine Klimaauswirkung, wobei Hitzewellen und Dürren dominieren.
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Kinder leiden stärker unter den Folgen des Klimawandels als Erwachsene, heißt es in einem Unicef-Bericht. Auch in Deutschland macht sich der Klimawandel bemerkbar.

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Fast die Hälfte aller Kinder weltweit – etwa 1,1 Milliarden – ist einem Unicef-Bericht zufolge mindestens drei Klimagefahren gleichzeitig ausgesetzt. Dürren, extreme Hitze über 35 Grad und Hitzewellen sind demnach die häufigste Kombination von Klimagefahren. Das geht aus dem Kinder-Klimarisiken-Bericht 2026 hervor. Nahezu jedes Kind der Welt sei mindestens einer Klimagefahr ausgesetzt, schreibt das Hilfswerk der Vereinten Nationen.

Kinder leiden demnach stärker unter den Folgen des Klimawandels als Erwachsene. Sie sind körperlich empfindlicher und anfälliger für Krankheiten, da sich ihre Körper schneller erhitzen und sie weniger effizient schwitzen. Sie atmen doppelt so schnell wie Erwachsene und inhalieren dadurch mehr Schadstoffe. Außerdem benötigen sie mehr Nahrung und Wasser pro Kilogramm Körpergewicht, und ihre Überlebenschancen bei extremen Wetterereignissen sind geringer.

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Der nun veröffentlichte Bericht untersucht die Verletzlichkeit von Kindern gegenüber acht Klimagefahren: Dürren, extreme Hitze, Brände, Hitzewellen, Küstenüberschwemmungen, Flussüberschwemmungen, Sand- und Staubstürme sowie Tropenstürme. Ein Klimarisiko-Atlas mit hochauflösenden Daten stellt dar, wo auf der Welt welche Klimarisiken wie intensiv auftreten. Das könne Regierungen und anderen Entscheidungsträgern helfen, besser zu planen und effektiver in Versorgungsstrukturen zu investieren, sagte Unicef-Direktorin Catherine Russell.

In vielen Regionen überlagern sich mehrere Klimakrisen

Der Atlas macht den Angaben zufolge deutlich, dass sich Klimarisiken in vielen Regionen überlagern und gegenseitig verstärken. Am häufigsten treten Dürren, extreme Hitze und Hitzewellen gemeinsam auf. Fast 300 Millionen Kinder leben in Risikogebieten für diese drei Gefahren.

Mit der zweithäufigsten Kombination von Dürren, extremer Hitze und tropischen Stürmen sind nach Unicef-Angaben weltweit mehr als 115 Millionen Kinder konfrontiert. Eine der am stärksten betroffenen Regionen sei die Sahel-Region in Afrika. Hier sind mehr als vier Millionen Kinder gleichzeitig den Gefahren von Hitzewellen, extremer Hitze sowie Sand- und Staubstürmen ausgesetzt. Ebenfalls stark betroffen sind die asiatischen Länder Bangladesch, Myanmar und Pakistan.

In Deutschland haben Kinder eine im globalen Vergleich sehr gute Grundversorgung, etwa in den Bereichen Gesundheit, Zugang zu Wasser und sozialer Absicherung. Dennoch erleben nach Unicef-Erkenntnissen in Deutschland 97,5 Prozent der Kinder mindestens eine Klimaauswirkung und 66,5 Prozent mindestens zwei gleichzeitig. Hitzewellen und Dürren seien die dominierenden Klimaereignisse, so Unicef. Die Kombination aus beiden betreffe 8,3 Millionen Kinder in Deutschland.

„Kinder und Jugendliche sind am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich, doch die Auswirkungen treffen ihre Generation und die folgenden besonders hart“, sagte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider. „Auch Deutschland muss seinen Beitrag leisten – beim Klimaschutz ebenso wie bei der Unterstützung besonders betroffener Länder.“

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