Korea-KonfliktNordkoreas Machthaber ruft Militär zur Kriegsvorbereitung auf

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Dieses von der nordkoreanischen Regierung zur Verfügung gestellte Bild zeigt, wie Kim Jong-un, Machthaber von Nordkorea, im Oktober an der Nationalen Verteidigungsuniversität spricht.
Dieses von der nordkoreanischen Regierung zur Verfügung gestellte Bild zeigt, wie Kim Jong-un, Machthaber von Nordkorea, im Oktober an der Nationalen Verteidigungsuniversität spricht. -/dpa

Kim Jong-un beschuldigt die USA und Südkorea, die Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel verschlimmert zu haben. Staatsmedien zufolge verspricht er, die nuklearen Fähigkeiten seines Landes auszubauen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat sein Militär dazu aufgerufen, „sämtliche Anstrengungen auf die Vollendung der Kriegsvorbereitungen“ zu konzentrieren. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, machte Kim die Bemerkungen bereits am Freitag während einer Rede vor Bataillonskommandeuren in Pjöngjang. Dabei bezeichnete er die Koreanische Halbinsel als „größten Krisenherd der Welt“. Zudem beschuldigt Kim die USA und Südkorea, die Spannungen in Korea „auf den schlimmsten Stand in der Geschichte“ gebracht zu haben. 

Wie nordkoreanische Staatsmedien berichten, habe Kim Jong-un zudem angekündigt, die nuklearen Fähigkeiten des Landes „ohne Grenzen“ auszubauen, um den Bedrohungen durch die Sicherheitskooperation zwischen den USA und ihren Verbündeten in der Region entgegenzuwirken. Im vergangenen Monat testete Pjöngjang eine Interkontinentalrakete. Das wurde international als Versuch einer Machtdemonstration verstanden.

Kims Äußerungen folgen auf das Treffen von US-Präsident Joe Biden mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shigeru Ishiba und dem südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk-yeol in Lima, Peru. Biden sagte, koordinierte Anstrengungen seien entscheidend, um „Nordkoreas gefährlicher und destabilisierender Zusammenarbeit mit Russland“ entgegenzuwirken.

Am Samstag berichtete die Financial Times unter Berufung auf gesicherte Quellen, dass Nordkorea seinen Verbündeten Russland neben Soldaten und Munition nun auch mit schwersten Artilleriegeschützen beim Krieg gegen die Ukraine unterstützt. So sollen in den vergangenen Wochen knapp 50 schwere Haubitzen auf Selbstfahrlafetten aus nordkoreanischer Produktion sowie knapp 20 Mehrfachraketenwerfer in Russland eingetroffen sein. 

Zuvor hatte Nordkorea nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes mehr als 10 000 Soldaten nach Russland entsandt. Laut Informationen des US-Außenministeriums befinden sich bereits Tausende von ihnen im Einsatz gegen ukrainische Truppen in der russischen Grenzregion nahe Kursk. 

Zuletzt hatten Nordkorea und Russland ein umfassendes Abkommen ratifiziert, welches unter anderem einen gegenseitigen Verteidigungspakt beinhaltet.

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