Newsblog zu KIOpen AI veröffentlicht Hunderte KI-generierte mathematische Beweise

Das Unternehmen unter Geschäftsführer Sam Altman erregte erst im September mit Veröffentlichungen zum Navier-Stokes-Problem Aufsehehen in der Mathematik.
Das Unternehmen unter Geschäftsführer Sam Altman erregte erst im September mit Veröffentlichungen zum Navier-Stokes-Problem Aufsehehen in der Mathematik.
Foto: Heather Diehl/Getty Images via AFP

Das Unternehmen knüpft damit an ihre umstrittenen Vorstöße in der Forschung an. Mathematiker werfen ihm vor, sich dafür an ihrer Arbeit zu bedienen.

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Wichtige Updates
Open AI veröffentlicht Hunderte KI-generierte mathematische Beweise
OpenAI-Mitarbeiter kündigt und fordert Umdenken
Open AI feuert drei Mitarbeiter nach KI-Enthüllungen
Trump und Tech-Chefs unterschreiben „moralisch bindendes“ KI-Dokument 
Open AI stoppt Veröffentlichung von neuem KI-Modell wegen Sicherheitsbedenken
Theresa Palm
Theresa Palm

Open AI veröffentlicht Hunderte KI-generierte mathematische Beweise

Das US-Unternehmen Open AI hat auf der Plattform Github 719 mathematische Manuskripte veröffentlicht, die ein internes KI-Modell erstellt haben soll. Ursprünglich waren es 722, drei wurden inzwischen zurückgezogen. Damit knüpft die Firma an den umstrittenen Durchbruch bei einem Millennium-Problem der Mathematik Anfang September an, das ebenfalls eigenständig von einem KI-Modell gelöst worden sein soll. Bei der Lösung des Navier-Stokes-Problems beschwerten sich Mathematiker, dass ihre Forschungsvorarbeiten eingeflossen, aber nicht zitiert worden seien. Der New Yorker Forscher Tristan Buckmaster warf die Frage auf, ob Vorarbeiten, die er in einen KI-Assistenten eingegeben habe, unerlaubt zum Erfolg des KI-Modells beigetragen haben könnten.

Die mehr als 300 nun veröffentlichten Beweise umspannen nahezu alle Gebiete der Mathematik, von der Zahlentheorie über Kombinatorik bis zur Differenzialgeometrie. Das KI-Modell beantwortete offene Fragen, an denen Mathematikerinnen und Mathematiker teils seit Jahrzehnten forschten. Unter den Beiträgen sind auch Fortschritte bei drei weiteren der fünf verbleibenden Millennium-Probleme wie der Riemann-Hypothese. Das Clay-Institut hatte im Jahr 2000 auf die Lösung sieben großer mathematische Fragen je eine Million US-Dollar Preisgeld ausgelobt, die Millennium-Probleme. Der US-Mathematiker Alex Kontorovich kommentierte die Leistung von Open AI auf X: „Wenn ein Mensch das geschafft hätte, bekäme er sofort eine Fields-Medaille, ohne Frage.“ Die Fields-Medaille ist die höchste Auszeichnung für Mathematiker und wird alle vier Jahre verliehen.
„Wenn ein Mensch das geschafft hätte, bekäme er sofort eine Fields-Medaille, ohne Frage.“
US-Mathematiker Alex Kontorovich
Open AI gibt an, der Rechenaufwand pro Ergebnis habe im Durchschnitt etwa drei Stunden Denkzeit von Chat-GPT Pro entsprochen. Die einzelnen KI-Arbeiten sind bisher nicht von Fachleuten begutachtet worden, aber Open AI liefert bei vielen Beweisen einen formalisierten Logikcheck in der Computersprache Lean mit. Er bestätigt, dass die jeweilige Argumentation in sich schlüssig ist.

Worauf es angesichts der immensen Mengen an KI-Output in der Mathematik noch ankommt, schreiben die Forscher Ben Heuer und Stefan Schreieder für die SZ in einem Gastbeitrag:

Anne Eberhard
Anne Eberhard

Open AI entlässt drei Entwickler wegen Umgang mit sensiblen Daten

Der KI-Entwickler Open AI hat drei Beschäftigte wegen angeblicher Verstöße gegen interne Richtlinien zum Umgang mit sensiblen Daten entlassen. „Unsere interne Untersuchung hat einen erheblichen Vertrauensbruch aufgedeckt“, schrieb das US-Unternehmen am Freitag auf X, ohne Details zu nennen. Die Entscheidung stehe in keinem Zusammenhang mit den Sicherheitsbedenken, die die Betroffenen geäußert hätten.
Diese hatten in einem Brief die Umstände ihrer Entlassung geschildert und betont, die Kündigungen untergrüben die bisherige Unternehmenskultur, die es Entwicklern erlaube, auf mögliche Risiken der Produkte hinzuweisen. „Ich glaube, wir wurden entlassen, weil wir die Sicherheit über die kurzfristigen geschäftlichen Interessen von Open AI gestellt haben“, ergänzte einer der Entlassenen in einem Beitrag auf X. Das Unternehmen wies diesen Vorwurf zurück. „Diskussionen über Sicherheit und Forschung werden täglich geführt, oft lebhaft und äußerst kritisch. Wir fördern diese Debatten aktiv und betrachten sie als unverzichtbar, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

Die Entlassenen stellten darüber hinaus in ihrem Brief klar, dass sie dem Nachrichtenportal The Information nicht als Insider für einen Bericht über die Risiken des neuesten KI-Modells von Open AI gedient hatten. Das Unternehmen hatte kurz darauf die Veröffentlichung von „GPT-6.1 Astra“ abgeblasen. Das Programm, das darauf ausgelegt ist, komplexe Aufgaben weitgehend selbständig zu erledigen, habe interne Sicherheitstests nicht bestanden und unerwünschtes Verhalten an den Tag gelegt. Die Entscheidung fiel einen Tag vor einer Open AI-Entwicklerkonferenz.
Derzeit läuft weltweit eine Diskussion über die Risiken künstlicher Intelligenz, nachdem außer Kontrolle geratene KI-Modelle mehrfach in IT-Systeme Dritter eingedrungen sind. Einige Experten sehen in dieser Technologie eine existenzielle Gefahr für die Menschheit. Zu ihnen gehört auch Open AI-Chef Sam Altman, der zusammen mit anderen führenden KI-Managern eine Drosselung des Entwicklungstempos fordert. Open AI hat inzwischen seinen für diesen Herbst geplanten Börsengang verschoben.
Sara Peschke

Chat-GPT imitiert Signaturen bekannter Cartoonisten

Früher hätte man es wohl Unterschriftenfälschung genannt. Wie die Online-Publikation Niemann Lab der Harvard Universität meldet, kursieren in den sozialen Medien zunehmend Cartoons mit den Signaturen renommierter Zeichner, die tatsächlich von Künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Ausführlich zitiert wird der Zeichner des New Yorker, Brendan Looper, dessen Signatur „BLOPER“ unter anderem unter einer Zeichnung von Dolly Parton auf X auftauchte. Ein Fan der Sängerin hatte die Zeichnung nach dem Tod der Sängerin mittelts KI erstellt und auf dem Netzwerk geteilt, wo sie eine breite Öffentlichkeit fand. Im Reddit-Forum sei er dann auf weitere „im Stil des New Yorker" generierte Zeichnungen mit seiner Signatur gestoßen, so Looper. „Für mich ist die Unterschrift ein Echtheitszertifikat. Ich versehe nur solche Arbeiten damit, die ich ins Internet stelle und bei denen es mir wichtig ist, dass sie als mein Werk erkennbar sind.“ Es fühle sich sehr stark wie eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte an, so Loper weiter.

Der Cartoonist ist offenbar nicht der einzige Zeichner des New Yorker, dessen Unterschrift von Chat-GPT reproduziert wurde. Er habe insgesamt mehr als 15 Cartoonisten des Magazins dokumentiert, deren Signaturen vom Bildgenerator von Open AI ohne Erlaubnis oder Vergütung verwendet wurde, so Looper. Er habe Open AI auf das Problem aufmerksam gemacht, woraufhin Chat-GPT eine neue Meldung ausgegeben habe, sobald er die Erstellung von Cartoons im Stil des New Yorker anforderte. Darin hieß es, dass der Prompt möglicherweise gegen die Sicherheitsrichtlinien bezüglich der Ähnlichkeit mit Inhalten Dritter verstößt. Dennoch habe das System weiterhin einige der generierten generischen Cartoons mit den Namen echter New Yorker-Cartoonisten versehen.
Barbara Klimke

OpenAI-Mitarbeiter kündigt und fordert Umdenken

David Robinson, ein Sicherheitsmitarbeiter von OpenAI, hat das Unternehmen verlassen und davor gewarnt, dass KI-Firmen nicht genug unternähmen, um die Risiken der Technologie einzudämmen. Er reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Experten, die innerhalb der Branche Alarm schlagen.

In einem Beitrag für das Magazin The Atlantic schreibt Robinson, der zuvor nach im Sicherheitsteam von OpenAI für Transparenz zuständig war, KI-Unternehmen seien nicht „annähernd vorsichtig genug“. Er fordert, der Sicherheitsexpertise und -forschung mehr Bedeutung beizumessen, bevor leistungsfähigere Systeme entwickelt werden. 

Laut Robinson ist ein „Kulturwandel“ nötig: Mit dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ hätten die Firmen großen Erfolg gehabt; die Folgen der unvermeidlichen Fehler, die bei diesem Ansatz entstünden, würden jedoch mit den Fähigkeiten der Technologie immer schwerwiegender, erklärte er. Als Beispiel nannte er, dass OpenAI nicht habe verhindern können, dass seine KI während eines Tests außer Kontrolle geriet.

„Die Zukunft hängt ab von der Weisheit, die dem Silicon Valley fehlt“, schreibt Robinson. Diese Weisheit bestehe darin, zu verstehen, was es bedeute, für Menschen Sorge zu tragen. 

In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Beschäftigte führender KI-Unternehmen vor den potenziell katastrophalen Risiken künstlicher Intelligenz gewarnt. In seinem Essay schreibt Robinson, KI-Unternehmen sollten ähnlich wie Kernkraftwerke geführt werden – „mit mehreren Ebenen an Sicherheitsvorkehrungen“, damit ein „unvermeidlicher menschlicher Fehler nicht die Tür zum Desaster öffnet“.

Ein Sprecher von OpenAI erklärte, das Unternehmen nehme Änderungen vor, um die Sicherheit seiner Forschungs- und Testumgebungen zu verbessern. 
Carim Soliman
Carim Soliman

Open AI feuert drei Mitarbeiter nach KI-Enthüllungen

Nach der Aufregung um eigenständige Hacking-Aktivitäten von künstlicher Intelligenz des Chat-GPT-Entwicklers Open AI hat die Firma drei an der Aufarbeitung beteiligte Experten entlassen. Sie hätten gegen interne Regeln zum Umgang mit vertraulichen Informationen verstoßen, teilte Open AI zur Begründung mit. Zugleich betonte die KI-Firma, niemand sei gefeuert worden, weil er Sicherheitsbedenken geäußert habe. Das Fehlverhalten sei über das Teilen von Informationen mit einer externen Analysefirma hinausgegangen, hieß es ohne nähere Details.

Das Wall Street Journal hatte zuvor unter Berufung auf informierte Personen die Namen der drei entlassenen Mitarbeiter genannt. Open AI sprach nur von zwei Sicherheitsforschern und einem Programm-Manager, wollte die Namen auf Anfrage aber nicht bestätigen. Auch die drei von der Zeitung genannten Personen äußerten sich zunächst nicht. Open AI zufolge war das für die Beschäftigung nötige Vertrauen nicht mehr gegeben.
In dem bisher aufsehenerregendsten Fall war künstliche Intelligenz des Chat-GPT-Entwicklers aus einer abgesicherten Testumgebung ausgebrochen und hatte sich ungeplant in Computer einer anderen KI-Firma gehackt, der Plattform Hugging Face. Zur Aufarbeitung des Vorfalls hatte Open AI für einige Tage auf KI-Sicherheit spezialisierte externe Experten hinzugezogen, die später tiefgreifende Einblicke in die Vorgehensweise der Software veröffentlichten. Zumindest einer der laut Wall Street Journal gefeuerten Mitarbeiter hatte erwähnt, Anlaufstelle für die externen Analysten gewesen zu sein. 

In den vergangenen Tagen wurde auch bekannt, dass Open AI nach einem neuen Zwischenfall das Training der leistungsstärksten künstlichen Intelligenz ausgesetzt hat. Bei dem Vorfall schaffte es ein KI-Modell in einem Test, Antworten von einem externen Chatbot zu bekommen, obwohl es eigentlich keinen Internet-Zugang haben sollte. Die Software habe jedoch eine Lücke in den Netzwerk-Einstellungen gefunden und ausgenutzt, hieß es. Das Eingeständnis war besonders heikel, da Open AI die Sicherheitsvorkehrungen nach der Hacking-Attacke auf Hugging Face verschärft hatte. Zudem strich die Firma die Veröffentlichung eines neuen KI-Modells nach Sicherheitsbedenken.

Forscher aus der Branche warnten zuletzt mehrfach vor einem existenziellen Risiko für die Menschheit, wenn leistungsstarke künstliche Intelligenz außer Kontrolle geraten sollte. Open-AI-Chef Sam Altman solidarisierte sich mit dem Vorschlag des Konkurrenten Dario Amodei vom KI-Entwickler Anthropic, die Entwicklung der fähigsten KI-Modelle abzubremsen. Nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump verpflichteten sich die Unternehmen jedoch nur, die Sicherheitsvorkehrungen zu stärken und externe Beobachter zuzulassen. Er wolle, dass sich die Unternehmen gegenseitig beaufsichtigten, sagte Trump.
Theresa Palm
Theresa Palm

Droht das Ende der Menschheit oder doch nur ihr Niedergang?

Und wie soll das eigentlich aussehen, wenn die KI „die Menschheit auslöscht“, was führende KI-Forscher befürchten?
Das hat SZ-Autor Nils Althaus Experten gefragt. Der größte Sorgenfaktor dabei ist, dass KI sich selbst immer weiter verbessert und gänzlich von menschlicher Kontrolle entkoppelt. Das Modell Claude erledige 26 Prozent der KI-Forschung und Entwicklung des Unternehmens selbst, berichtete Anthropic kürzlich. KI-Firmen verfolgen das Ziel der „rekursiven Selbstverbesserung“, weil es sie im Wettbewerb voranbringt – innerhalb von Monaten bis Jahren könnte es erreicht werden.

Aber selbst, wenn KI sich von menschlicher Weisung losrisse, die digitale Kontrolle übernähme, etwa über Lieferketten, Finanzmärkte und öffentliche Meinung: Es hielte sie doch noch etwas ab vom Griff nach der echten Welt, oder nicht? „Der Weg führt über bezahlte Dienstleistungen: Labore und Logistikfirmen, die Aufträge ausführen, oder Menschen, die über Gig-Plattformen kurzfristige Aufträge annehmen“, sagt Kevin Baum, KI-Forscher und -Philosoph am Deutschen Forschungszentrum für KI in Saarbrücken.

Mehr darüber, wie KI tatsächlich die Menschen unterjochen könnte, lesen Sie von Nils Althaus hier:

Trump und Tech-Chefs unterschreiben „moralisch bindendes“ KI-Dokument 

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Treffen mit führenden Vertretern der Tech-Branche eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet. Trump bezeichnete das Dokument als „moralisch bindend“ und als eine Art "Verfassung" und "Form von Schutz". Zudem erwäge seine Regierung die Einrichtung eines Gremiums aus etwa zehn Personen, um die gesamte KI-Branche zu überwachen. Trump bekräftigte aber seine Ablehnung gegenüber einer internationalen Regulierung. An dem Treffen im Weißen Haus nahmen unter anderem Meta-Chef Mark Zuckerberg, Alphabet-Boss Sundar Pichai, Anthropic-Chef Dario Amodei und Nvidia-Chef Jensen Huang teil.
Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, bezeichnete das Dokument als eine Reihe von freiwilligen „Verpflichtungen“ der Branche zur Umsetzung „solider interner Kontrollen sowie mehrstufiger interner und externer Überprüfungen“. Johnson erklärte, der Text werde zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Der Druck auf die US-Regierung wächst, da weltweit Sorgen über die Risiken der Technologie zunehmen. Zuletzt hatten Vorfälle für Aufsehen gesorgt, bei denen KI-Anwendungen von Open AI und Anthropic unkontrolliert in fremde IT-Systeme eingedrungen waren. Zudem hält Open AI sein neuestes Modell GPT-6.1 Astra wegen Sicherheitsmängeln vorerst unter Verschluss. Das Modell habe sich über Anweisungen hinweggesetzt und Nutzer getäuscht, teilte das US-Startup mit. Experten warnten vor einem Kontrollverlust bei der Entwicklung immer leistungsfähigerer Systeme.

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Trump sorgt für Boom bei slowenischen .si-Domains 

Die Vorliebe der Wortwahl des US-Präsidenten Donald Trump, wenn von Künstlicher Intelligenz die Rede ist, hat in Slowenien einen Boom der Anfragen für Internet-Domains mit dem Landeskürzel „si“ ausgelöst. Trump hatte vor gut einer Woche gesagt, dass er den Begriff KI (englisch AI) für Künstliche Intelligenz unpassend finde, weil das die Technologie als "fake" abwerte. Stattdessen wolle er weltweit den Begriff „Superintelligenz“ einführen, kurz: SI - wie das slowenische Kürzel.

Seither ist die Zahl der in Slowenien registrierten Domains auf mehr als 200 000 angestiegen – von rund 3500 im Vormonat, wie register.si angibt, Sloweniens Behörde für die Verwaltung und Vergabe slowenischer Domainnamen. Die Behörde verwies darauf, dass diese Entwicklung nach Trumps Äußerung begonnen habe. Das Amt wies zugleich Medienspekulationen über angebliche Millionengewinne aufgrund des gestiegenen Interesses an „.si“ zurück und empfahl „Inhabern von Marken, Slogans, Unternehmen usw., die noch keine Domain unter .si besitzen, diese so bald wie möglich zu registrieren.“ 
Ulrike Putz

Open AI stoppt Veröffentlichung von neuem KI-Modell wegen Sicherheitsbedenken

Open AI hat die für Oktober geplante Veröffentlichung seines KI-Modells der nächsten Generation, GPT-6.1 Astra, gestoppt. Das System habe die internen Sicherheits- und Ausrichtungsstandards des Unternehmens nicht erfüllt, teilte der Chat-GPT-Hersteller am Montag mit. Zuvor hatte das Wall Street Journal darüber berichtet. Das Modell sollte in die Dienste Chat-GPT und Codex integriert werden und war dafür konzipiert, komplexere Aufgaben ohne menschliche Hilfe zu bewältigen. Die Entscheidung fällt kurz vor der Entwicklerkonferenz von Open AI in San Francisco.

Dem Bericht zufolge zeigte GPT-6.1 Astra in internen Tests ein höheres Maß an Täuschung als sein Vorgänger. Unter anderem habe das Modell nicht immer korrekt offengelegt, welche Handlungen es vorgenommen hatte. „Obwohl es sich bei Aspekten wie der Trägheit des Modells verbessert hat, hat es die Messlatte in Bezug auf die Einhaltung von Vorgaben und Berechtigungen nicht ganz erreicht“, sagte Saachi Jain, Leiterin für Sicherheitssysteme bei Open AI. Für die Veröffentlichung an Nutzer gelte eine „extrem hohe Messlatte“ in puncto Sicherheit.

Zuvor hatten sowohl Open-AI-Chef Sam Altman als auch der Chef des Konkurrenten Anthropic, Dario Amodei, ein langsameres Entwicklungstempo bei KI und stärkere Sicherheitsmaßnahmen gefordert. 
Ulrike Putz

KI-Firma Anthropic plant Billionen-Börsengang trotz hoher Verluste

Das KI-Unternehmen Anthropic strebt einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Börsenprospekt zufolge eine Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar an. Dies geschieht trotz eines gemeldeten Nettoverlusts von 42 Milliarden Dollar für das Jahr 2025. Der Börsengang würde die erst vor fünf Jahren gegründete Firma als Maßstab für die Bewertung führender KI-Unternehmen wie dem Konkurrenten Open AI etablieren. Der Nettoverlust von fast 42 Milliarden Dollar enthielt eine buchhalterische Belastung von rund 34 Milliarden Dollar, die sich aus der Neubewertung von Finanzierungen ergab. Zudem plant das Unternehmen in den kommenden Jahren Ausgaben in Höhe von 518 Milliarden Dollar für Cloud- und Recheninfrastruktur.

Der Umsatz des Unternehmens wuchs dem Prospekt zufolge 2025 um das Zwölffache auf fast 4,6 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verzeichnete Anthropic auf operativer Basis einen Verlust von mehr als acht Milliarden Dollar. Allein die Ausgaben für Rechenleistung und Infrastruktur verdreifachten sich im vergangenen Jahr auf 7,33 Milliarden Dollar. Der Börsengang, der nach den US-Zwischenwahlen im November stattfinden dürfte, wird den Appetit der Anleger auf hoch bewertete KI-Aktien testen. Er folgt auf den erfolgreichen Börsengang von Space-X, das mit 1,77 Billionen Dollar bewertet wurde.

Open AI: KI-Agenten haben 53 Bilder von Chat-GPT-Nutzern geleakt 

Zwei Monate nach einem ersten Hacker-Vorfall durch seine eigene künstliche Intelligenz (KI) kämpft der Chat-GPT-Entwickler Open AI mit einem neuen Datenleck. Wie das US-Unternehmen am Freitag mitteilte, haben sogenannte KI-Agenten 53 Bilder von Chat-GPT-Nutzern geleakt. Ob es sich dabei um echte Personen oder KI-generierte Bilder handelte und wann diese gepostet wurden, ließ Open AI in seiner Stellungnahme offen. Die betroffenen Bilder seien größtenteils gelöscht worden, zudem dringe man bei Hosting-Anbietern auf die Entfernung der restlichen Daten. Die KI-Programme hatten Zugriff auf die Bilder, da Open AI für das Training seiner Modelle auf anonymisierte Nutzerdaten zurückgreift. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, das Unternehmen versuche noch immer, das gesamte Ausmaß der unerwünschten Aktivitäten zu erfassen. Open AI selbst erklärte, die interne Überprüfung werde noch Monate in Anspruch nehmen. 

Gates: KI könnte Tod einer Milliarde Menschen verursachen

Microsoft-Mitgründer Bill Gates sieht die Gefahr, dass Künstliche Intelligenz zum Tod von einer Milliarde Menschen führen könnte. Deswegen ist er für eine gesetzliche Regulierung der Technologie, wie der 70-Jährige in einem TV-Interview sagte.

„KI ist sicherlich mächtig genug, um Ereignisse voranzutreiben, die eine Milliarde Todesfälle verursachen“, antwortete Gates dem US-Sender NBC auf eine Frage zu aktuellen Warnungen, die Technologie könne die Menschheit auslöschen. „Es gab noch nie eine so mächtige Waffe wie Menschen mit bösen Absichten, die die neusten KI-Werkzeuge verwenden“, sagte er. Zugleich schränkte Gates ein, dass es „ziemlich schwer“ wäre, „100 Prozent“ der Menschen zu treffen. 
„Es gab noch nie eine so mächtige Waffe wie Menschen mit bösen Absichten, die die neusten KI-Werkzeuge verwenden.“
Microsoft-Gründer Bill Gates
Wegen der Gefahren sei es „absolut“ notwendig, in Washington Gesetze dazu zu verabschieden, betonte der Microsoft-Mitgründer. Behörden und Politiker müssten sich auf verpflichtende Sicherheitsmaßnahmen und Aufsicht über die Technologie einigen. „Niemand glaubt, dass Selbstregulierung ausreicht“, sagte Gates. Zuletzt hatten nach eigenständigen Hacking-Attacken durch KI-Software auch führende Labore wie Anthropic und der ChatGPT-Entwickler OpenAI sich dafür ausgesprochen, die Entwicklung Künstlicher Intelligenz abzubremsen.

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Open-AI-Agent hackt australisches Regierungsportal 

Ein autonomer KI-Agent des US-Unternehmens Open AI hat in Australien ein Regierungsportal gehackt. Die künstliche Intelligenz habe sich unbefugten Zugang zu einem Medicare-Portal verschafft, das unter anderem Statistiken über Australiens staatliche Krankenversicherung bereitstellt, sagte Premierminister Anthony Albanese in New York. Der Vorgang sei „inakzeptabel“, betonte der Regierungschef.

Albanese erklärte am Rande der UN-Generalversammlung, er habe bereits mit Open-AI-Chef Sam Altman gesprochen und dabei Australiens „äußerste Besorgnis“ über den Vorfall zum Ausdruck gebracht. Zugleich habe er seine Enttäuschung darüber geäußert, dass es „viel zu lange“ gedauert habe, bis Open AI die australische Regierung informiert habe: Der Vorfall habe sich bereits im Juni ereignet, sei aber erst im September den Behörden mitgeteilt worden – per E-Mail an ein öffentliches Postfach.

Wie viele Daten tatsächlich abgerufen wurden und auf welche Dateien der Agent zugreifen konnte, wird derzeit noch ermittelt. Eine forensische Untersuchung soll klären, was genau passiert ist und ob weitere Regierungssysteme betroffen waren.

Open AI teilte mit, man habe bei einer internen Evaluierung Aktivitäten auf mehreren australischen Regierungsseiten und in Regierungsdiensten festgestellt. Die Modelle hätten dabei versucht, Antworten und verfügbare Statistiken zu Fragen über Australien zu finden. „Dabei haben unsere Modelle Aktionen ausgeführt, die wir nicht beabsichtigt hatten“, sagt ein Sprecher des Unternehmens.

Vor dem UN-Sicherheitsrat sprachen Open-AI-Chef Sam Altman und Anthropic-Gründer Dario Amodei über die Risiken von KI und fordern eine Regulierung ihrer Branche: 
Bei Medicare handelt es sich um Australiens staatliche Krankenversicherung. Das betroffene Portal von Services Australia enthält nach Regierungsangaben unter anderem Informationen zu Ausgaben und anderen Statistiken. Der KI-Agent griff demnach auf öffentliche und nicht öffentliche Dateien zu. Persönliche Informationen seien nach bisherigem Kenntnisstand nicht abgerufen worden, Einzelpersonen seien offenbar nicht betroffen, erklärte Albanese.

Der Vorgang begann mit einer eigentlich harmlosen Aufgabe: Das KI-Programm sollte medizinische und gesundheitliche Statistiken recherchieren. Bei mehreren australischen Regierungsseiten bewegte es sich nach Angaben von Vize-Premier Richard Marles so, wie es auch ein normaler Nutzer tun würde. Beim Medicare-Portal wurden die angeforderten Informationen jedoch nicht herausgegeben – woraufhin der Agent den Zugang auf anderem Weg erlangte. „Der KI-Agent fand einen Weg, die Sperren zu umgehen – er wollte ein Nein gewissermaßen nicht akzeptieren“, erklärte Albanese. 

Trump will Begriff KI mit „Superintelligenz“ ersetzen

US-Präsident Donald Trump will den Begriff „Superintelligenz“ anstelle der gewohnten Bezeichnung Künstliche Intelligenz etablieren. In amerikanischen Regierungsdokumenten werde künftig von Superintelligenz die Rede sein – und hoffentlich werde der Rest der Welt das übernehmen, sagte Trump vor der UN-Vollversammlung. Der Begriff Künstliche Intelligenz lasse die Technologie „fake“ erscheinen, begründete der US-Präsident seinen Vorstoß. „Und sie ist nicht fake. Sie ist tatsächlich erstaunlich.“

Zugleich bekräftigte Trump, dass er auf eine beschleunigte KI-Entwicklung in den USA setzt – trotz wachsender Warnungen vor existenziellen Risiken der Technologie. „Ich werde nicht das Wachstum von etwas abwürgen, das größer sein wird als die Industrie-Revolution“, sagte er in New York. Die USA seien bei KI China und dem Rest der Welt weit voraus, und dies werde auch so bleiben.
Carim Soliman
Carim Soliman

Digitalverband Bitkom: Deutscher KI-Markt wächst um fast die Hälfte

Der deutsche Markt für Künstliche Intelligenz (KI) wächst in diesem Jahr voraussichtlich um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro. Deutschland investiere deutlich mehr in KI und generative KI treibe das Wachstum, teilte der Digitalverband Bitkom mit. Der gesamte KI-Markt aus Software, Services und Hardware lege spürbar zu. Generative KI, zu der etwa ChatGPT von OpenAI, Claude von Anthropic, Microsoft Copilot oder Google Gemini gehören, habe inzwischen einen Anteil von 40 Prozent an allen KI-Ausgaben. „Bei KI erleben wir den Übergang von der Experimentierphase zu einem breiten Einsatz“, sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. „In Unternehmen jeder Größe und in allen Branchen werden KI-Anwendungen genutzt. Sie machen Produkte besser und Prozesse schneller.“

Den größten Anteil an den Ausgaben habe KI-Software mit 16 Milliarden Euro, was einem Plus von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche. Auf Dienstleistungen rund um KI entfielen 6,8 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 30 Prozent. Für Hardware werden den Angaben zufolge 5,8 Milliarden Euro ausgegeben und damit knapp ein Drittel mehr als im Vorjahr. Auch im kommenden Jahr soll der Markt demnach kräftig wachsen. Für 2027 würden Ausgaben von 40,3 Milliarden Euro erwartet, was einem Plus von 40 Prozent entspräche, erklärte Bitkom mit Verweis auf Daten des Marktforschungsunternehmens IDC.
© SZ/Reuters/dpa/epd/KNA/Bloomberg - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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