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Getöteter Journalist Khashoggi:CIA hat wohl saudischen Kronprinzen abgehört

Der saudische Kronprinz bin Salman 2015 im Jemen

Die Aufnahme eines Telefonats belastet den saudischen Kronprinzen schwer. (Archivbild)

(Foto: REUTERS)

In dem Telefonat mit seinem Bruder sagt Mohammed bin Salman laut einer türkischen Zeitung, Khashoggi solle "so schnell wie möglich zum Schweigen gebracht werden".

Der US-Geheimdienst CIA verfügt angeblich über die Aufnahme eines brisanten Telefongesprächs des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Wie die türkische Zeitung Hürriyet meldet, sagt der Thronfolger darin, der Journalist Jamal Khashoggi solle "so schnell wie möglich zum Schweigen gebracht werden". Die Zeitung bezieht sich dabei auf namentlich nicht genannte Quellen.

Demnach habe die Direktorin des US-Geheimdienstes, Gina Haspel, bei ihrem Türkei-Besuch im vergangenen Monat "signalisiert", dass die CIA ein entsprechendes Gespräch zwischen dem Kronprinzen und seinem Bruder Khalid bin Salman abgehört habe. Khalid ist der Botschafter Saudi-Arabiens in den USA.

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In dem Hürriyet-Beitrag heißt es weiter, dass der Kronprinz und sein Bruder in dem angeblichen Gespräch "Unwohlsein" über die öffentliche Kritik des Journalisten Khashoggi an seinem Land ausgedrückt hätten. Der Autor deutet auch an, dass es weitere "atemberaubende" Beweise gebe, denn die CIA habe mehr Gespräche abgehört als die Öffentlichkeit wisse.

Der regierungskritische saudische Journalist Khashoggi war im saudischen Konsulat in Istanbul getötet worden. Die türkische Regierung lanciert über regierungsnahe Medien seit Wochen Details zu dem Fall. Angeblich verfügt sie über Tonaufnahmen aus dem Inneren des Gebäudes. Auf den Aufnahmen soll auch die Tötung Khashoggis zu hören sein, der demnach erst erwürgt und dann zerstückelt wurde. Nur wenige Informationen ließen sich unabhängig überprüfen.

Türkei und Saudi-Arabien sind Rivalen in der Region

Der Bericht über das Telefonat des Kronprinzen erhöht den Druck auf die USA, die Aufklärung des Falls voranzutreiben. Er erschien kurz nachdem US-Präsident Donald Trump deutlich gemacht hatte, dass er rigoros zur saudischen Führung hält.

Die Türkei und Saudi-Arabien sind Rivalen in der Region. Außerdem betrachtet die Türkei es als Affront, dass Khashoggis Verschwinden in Istanbul orchestriert wurde. Staatspräsident Erdoğan sieht in Saudi-Arabien "höchste Kreise" involviert und will nicht lockerlassen, bis der Fall aufgeklärt ist.

© SZ.de/dpa/saul
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