Saudi-Arabien Riad weist CIA-Einschätzung zu Khashoggi-Mord zurück

  • Die saudische Regierung hat sich erstmals zu den Vorwürfen der CIA geäußert, wonach Kronprinz Bin Salman in die Ermordung Khashoggis verwickelt ist.
  • Die Führung des Königreichs sei eine "rote Linie": Man werde keine Versuche zulassen, sie anzutasten, sagte der Außenminister.

Saudi-Arabien wehrt sich gegen Vorwürfe, Kronprinz Mohammed bin Salman habe den Mord an dem regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet. Außenminister Adel al-Dschubeir wies diese Darstellung in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der staatlichen Zeitung Al Schark Al Ausat als falsch zurück.

Es ist die erste Stellungnahme der saudischen Regierung zu Medieninformationen, wonach der US-Geheimdienst CIA den Kronprinzen für den Auftraggeber des Mordes hält. Der Minister warnte zugleich vor Versuchen, den König oder den Kronprinzen zu beschädigen. "Ich möchte betonen, dass die Führung des Königreichs Saudi-Arabien, vertreten durch den König und den Thronfolger, eine rote Linie ist. Wir werden keine Versuche zulassen, sie anzutasten, von wem auch immer und unter welchem Vorwand auch immer."

Al-Dschubeir ergänzte, die Bewertung der CIA sei bislang noch nicht offiziell vorgelegt worden. Die genannten Vorwürfe basierten auf Einschätzungen und nicht auf überzeugenden Beweisen. US-Präsident Donald Trump hatte es jüngst zwar als "möglich" bezeichnet, dass die CIA den Kronprinzen beschuldige. Zugleich sprach er aber von einer "sehr voreiligen" Schlussfolgerung. Der vollständige CIA-Bericht werde ihm erst an diesem Dienstag vorgelegt.

Einreiseverbot gegen 18 saudische Staatsbürger

Khashoggi war Anfang Oktober verschwunden, als er im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul Unterlagen für seine Hochzeit abholen wollte. Erst nach langem Zögern räumte Saudi-Arabien ein, dass der Journalist getötet wurde. Sein Leichnam bleibt verschwunden. Die saudische Staatsanwaltschaft fordert für fünf Beschuldigte die Todesstrafe.

Der Fall sorgt international für Empörung. Die Bundesregierung stoppte vorläufig Rüstungsexporte an Saudi-Arabien und verhängte ein Einreiseverbot gegen 18 saudische Staatsbürger, die im Verdacht stehen, direkt oder indirekt an Khashoggis Ermordung beteiligt gewesen zu sein, nicht aber gegen den Thronfolger. Aus Kreisen des saudischen Königshauses verlautete, mehrere Mitglieder der Königsfamilie versuchten zu verhindern, dass der Kronprinz nach dem Tod seines heute 82-jährigen Vaters den Thron besteigt. Stattdessen diskutierten sie die Möglichkeit, dass Prinz Ahmed bin Abdulasis, der 76-jährige Bruder von König Salman, dessen Nachfolger werde.

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Damit reagiert die Bundesregierung auf die grausame Tötung des saudischen Regierungskritikers Khashoggi. Außerdem werden Einreisesperren verhängt.