Frankreich:"Glücksfall" Atomenergie

Frankreichs Präsident Macron präsentiert Investitionsplan

"France 2030" hat Präsident Emmanuel Macron ein Investitionsprogramm genannt, das er am Dienstag in einer zweistündigen Rede präsentierte.

(Foto: Ludovic Marin/dpa)

Präsident Emmanuel Macron will die Nuklearindustrie in den kommenden Jahren ausbauen - auch aus Klimaschutzgründen.

Von Nadia Pantel

In der gegenwärtigen energiepolitischen Krise sieht Frankreich sich als Überbringer positiver Nachrichten: Atomkraft sei sicher und klimafreundlich. In einer zweistündigen Rede, die live im Fernsehen übertragen wurde, stellte Präsident Emmanuel Macron sein 30 Milliarden schweres Investitionsprogramm "France 2030" vor. Zu den zentralen Ideen des Programms gehört die Stärkung des französischen Nuklearstromsektors, in den eine Milliarde Euro investiert werden sollen. Macron kündigte unter anderem den Bau neuer, kleinerer Atomkraftwerke an.

Bereits jetzt bezieht Frankreich 70 Prozent seines Energiebedarfs aus Atomstrom. Ein Umstand, den Macron als einen "Glücksfall" für Frankreich bezeichnet, da so eine energiepolitische Unabhängigkeit sichergestellt werden könne. Frankreich fordert in seiner Atombegeisterung von der EU, Kernkraft als grüne Energiequelle anzuerkennen. Tatsächlich produzieren Atomkraftwerke deutlich weniger klimaschädliche Emissionen als zum Beispiel Kohlekraftwerke. Doch die Frage der Atommülllagerung ist auch in Frankreich ungelöst. Auch der Bau des neuen Kernkraftwerks im französischen Flamanville geriet deutlich langsamer und teurer als geplant.

Teile von Macrons 30-Milliarden-Euro-Paket sollen auch in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden. Konkreter sprach Macron von dem Bau eines emissionsarmen Flugzeugs und zweier Megawerke für grünen Wasserstoff. Zwar hat Macron seine Kandidatur für die Wahl 2022 noch nicht offiziell verkündet, aber "France 2030" mutet wie ein Wahlprogramm an. Seine konservativen und rechten Konkurrenten fordern alle einen massiven Ausbau der Kernenergie.

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