LiberaleKemmerich-Austritt schwächt rechte Strömung in der FDP

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„Einmal mehr aufstehen, als man umfällt“: Mit diesem Satz warb Thomas Kemmerich für sich noch im Mai 2025 auf dem FDP-Parteitag.
„Einmal mehr aufstehen, als man umfällt“: Mit diesem Satz warb Thomas Kemmerich für sich noch im Mai 2025 auf dem FDP-Parteitag. Jacob Schröter/imago
  • Thomas Kemmerich verlässt die FDP, nachdem er auf dem Parteitag im Frühjahr trotz zweimaliger Kandidatur nicht in den Vorstand gewählt wurde.
  • Kemmerich wurde 2020 bundesweit bekannt, als er mit AfD-Stimmen zum Thüringer Ministerpräsidenten gewählt wurde und erst nach massivem Druck zurücktrat.
  • Sein Austritt schwächt die Strömung in der FDP, die eine rechtere Positionierung befürworten, um Wähler von der AfD zurückzugewinnen.
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Thomas Kemmerich ließ sich einst von der AfD zum Ministerpräsidenten in Thüringen wählen, nun verlässt er die FDP. Ein Satz in seinem Abschiedsbrief nährt Spekulationen.

Von Bastian Brinkmann, Berlin

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Die FDP ist ihr umstrittenes Mitglied Thomas Kemmerich los. Der bisherige Thüringer Landeschef der Liberalen verlässt die Partei. Kemmerich stand schon länger am Rand der FDP. Auf dem Parteitag im Frühjahr wurde er nicht in den Vorstand gewählt, obwohl Landeschefs eigentlich immer in dieses Parteigremium kommen. Kemmerich stellte sich zwei Mal zur Wahl, verpasste jedoch zwei Mal die 50-Prozent-Marke. Dann trat er nicht mehr an. Damals gab er das Vorstandsamt auf, jetzt die ganze Partei.

Kemmerich wurde bundesweit bekannt und in vielen Kreisen berüchtigt, als er 2020 zum Ministerpräsidenten Thüringens gewählt wurde – und zwar mit den Stimmen der AfD um Björn Höcke. Kemmerich nahm die Wahl trotzdem an, erst nach massivem Druck auch aus der Bundes-FDP trat er von dem Amt zurück. Sein Austrittsschreiben an FDP-Chef Christian Dürr trägt als Absender „Ministerpräsident a.D.“ im Briefkopf.

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Kemmerich stand zuletzt dafür, die Partei rechter zu positionieren, um so und mit knalliger Rhetorik Wähler von der AfD zurückzuholen. Dieser Vorschlag hat, wie Kemmerichs Wahlergebnis auf dem Parteitag zeigte, keine Mehrheit in der FDP. Anhänger hat sie allerdings schon. Sie verlieren nun eine Symbolfigur für ihren Kurs.

In der FDP reagierten am Freitag viele erleichtert, weil auf künftigen Parteitagen der Streitfall Kemmerich entfällt. Besonders erleichtert sind die, die im Kemmerich-Kurs keine Zukunft für die Liberalen sehen. „Die FDP will eine starke freiheitliche Reformpartei sein und kein Nischenangebot“, formulierte es Parteichef Dürr diplomatisch. „Dass Thomas Kemmerich diesen Weg nicht mitgehen wollte, respektiere ich.“ Deutlicher wurde der FDP-Niedersachsen-Chef Konstantin Kuhle: „Die FDP ist eine Gestaltungspartei der Mitte“, schrieb er auf der Plattform X. „Sie ist keine rechtspopulistische Protestpartei. Ein guter Tag, um dem Liberalismus wieder eine starke Stimme zu geben“, postete er mit einem Link zum Formular für einen Parteieintritt.

Ein Satz in Kemmerichs Abschiedsbrief nährt bereits kursierende Spekulationen, er wolle sich nun dem Projekt „Team Freiheit“ der ehemaligen AfD-Politikerin Frauke Petry anschließen. „Mein Engagement für die freiheitlichen Grundwerte bleibt unverändert“, schreibt Kemmerich. Zuvor war er mit Petry aufgetreten. Wie es mit ihm weitergeht, dazu wollte sich Kemmerich am Freitag vorerst nicht äußern.

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