Katholische Kirche Klatsche vom Papst

Franziskus bremst die deutschen Reformer um Kardinal Marx ein. Er ist längst nicht so liberal, wie viele sich das erhoffen.

Von Matthias Drobinski

Papst Franziskus hat dem Münchner Kardinal Reinhard Marx und der großen Mehrheit der deutschen Bischöfe eine ziemliche Klatsche verabreicht. Sie wollten im Einzelfall evangelischen Ehepartnern erlauben, zur Kommunion zu gehen - was ohnehin jeden Sonntag tausendfach geschieht. Nun aber stellt ein Brief aus der Glaubenskongregation klar: Damit wird es nichts. Die sieben Bischöfe, die in Rom protestiert haben, bekommen recht. Das ökumenische Zeichen, das die Bischöfe setzen wollten, wird es so bald nicht geben.

Der Brief aus Rom zeigt: Papst Franziskus mag radikal sein, wenn es um Flüchtlinge und die Globalisierungskritik geht - in innerkirchlichen Fragen ist er viel weniger ein Reformer, als viele erhoffen. Er öffnet Türen für weitere Debatten, setzt aber auch Grenzen. So hat er auch gerade erst bekräftigt, dass Frauen nicht die Priesterweihe empfangen können.

Für die deutschen Bischöfe und ihren Vorsitzenden ist das päpstliche Nein misslich. Für alle, die an einer Annäherung von Katholiken und Protestanten arbeiten, ist es ein Rückschlag. Den meisten Gläubigen aber dürfte die Sache egal sein. Kein Pfarrer wird fragen, wenn einer um die Hostie bittet: Kann ich mal den Taufschein sehen? Gut so: Das Geheimnis des Glaubens ist größer als die Kirchenbürokratie.