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Katholische Kirche:Immer weniger Gläubige und Priester

Der neue Vorsitzende der Bischofskonferenz Georg Bätzing muss sich einem zunehmend skeptischen Publikum stellen.

Georg Bätzing, der Bischof von Limburg, ist als neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz nicht der Papst von Deutschland; er ist eher der Klassensprecher des katholischen Deutschlands. Er vertritt damit einen sehr bunten Katholizismus: Bistümer wie Regensburg und Passau, die noch von einer starken Volksfrömmigkeit geprägt sind, zugleich Regionen im Osten Deutschlands, in denen Katholiken eine verschwindende Minderheit sind.

Die gegenwärtige Krise der katholischen Kirche lässt sich auch in Zahlen fassen: Zwar bekannten sich 2018 immer noch 23 Millionen Menschen zu der damit größten Religionsgemeinschaft Deutschlands. Doch nur fünf Jahre zuvor waren es noch eine Million Katholiken mehr. Die Zahl der Austritte ist stark gestiegen, die der Eintritte und Wiederaufnahmen stark gesunken - eine Entwicklung, mit der auch und sogar noch stärker die evangelische Kirche zu kämpfen hat. Vor Deutschlands katholischen Bischöfen und Erzbischöfen steht auch unter der Leitung des als liberal und moderat geltenden Bätzing das Problem, Antworten zu finden auf viele Fragen, die ihnen ein zunehmend skeptisches Publikum stellt: Wie offen gehen sie mit den Missbrauchsskandalen der Vergangenheit um? Welche Rolle schreibt die exklusive Männerrunde Frauen in der Kirche zu? Und wie hält sie es mit dem von Rom vorgegebenen Zwangszölibat für Priester? 2018 ließen sich nur noch 60 Männer zum Priester weihen.

© SZ vom 07.03.2020 / SZ

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