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Katholiken:Rom untersagt Laien, Gemeinden zu leiten

Kardinal Marx weiht Priesteranwärter
(Foto: dpa)

Mit einem neuen Dokument hat der Vatikan Gemeindereformen Grenzen gesetzt. Laien bleiben laut dem jüngst veröffentlichten Schreiben von der Gemeindeleitung ausgeschlossen. Für die Aufhebung oder Zusammenlegung von Pfarreien, wie sie vielerorts geplant werden, sind demnach jeweils begründete Einzelfallentscheidungen der Bischöfe erforderlich. Der Aufgabe von Kirchengebäuden wegen Finanzknappheit oder Bevölkerungsrückgang erteilt der Vatikan eine Absage. Eine Rechenschaftspflicht für Pfarrer gegenüber ihren Gemeinden bestehe nicht.

Die Deutsche Bischofskonferenz will das überraschend veröffentlichte Dokument vor einer Stellungnahme sorgfältig studieren. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, kritisierte die Instruktion aus Rom scharf: "Sie zeichnet etwas als Ideal, was biblisch und historisch, theologisch und praktisch weder wünschenswert noch real ist", sagte er den Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse.

© SZ vom 22.07.2020 / kna

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