Streitgespräch über Migrationspakt "Brand­gefährlich" - "Boden­los naiv"

Auf dem Sofa im Berliner Justizministerium: Katarina Barley und Reinhard Merkel erklären einander, wie der Migrationspakt der Vereinten Nationen bitte zu verstehen sei.

(Foto: Regina Schmeken)

Am Montag soll der UN-Migrationspakt verabschiedet werden. Ein Disput zwischen Justizministerin Katarina Barley und dem Rechtsphilosophen Reinhard Merkel.

Interview von Daniel Brössler und Detlef Esslinger

SZ: Frau Barley, gleich zu Beginn im Migrationspakt steht, dass er nicht bindend sei. Warum macht man ihn dann?

Katarina Barley: Wir sagen doch täglich, dass es Herausforderungen gibt, die kein Staat alleine bewältigen kann: Klima, Digitalisierung, Migration. Wenn das so ist, dann ist es doch logisch zu schauen, auf welche Wege und Ziele man sich verständigen kann. Und wo soll man das tun, wenn nicht auf Ebene der Vereinten Nationen?

Herr Merkel, da der Pakt rechtlich nicht verbindlich ist, ...