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Notfall im Flugzeug:CDU-Abgeordnete stirbt auf Rückflug von Kuba nach Deutschland

CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz

Karin Strenz saß seit 2009 für die CDU im Bundestag und geriet zuletzt wegen Lobbytätigkeiten in die Kritik.

(Foto: Imago)

Karin Strenz stammt aus Mecklenburg-Vorpommern und saß seit 2009 im Bundestag. Die 53-Jährige verlor an Bord plötzlich das Bewusstsein.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz ist nach einem Bericht der Bild-Zeitung plötzlich verstorben. Der CDU-Politiker Eckhardt Rehberg, der wie Strenz ebenfalls aus Mecklenburg-Vorpommern stammt, bestätigte am Abend den Tod seiner Parteikollegin und zeigte sich erschüttert.

Die 53-Jährige soll auf dem Rückflug von Kuba in Richtung Deutschland plötzlich kollabiert sein und das Bewusstsein verloren haben. Strenz war offenbar privat unterwegs. Es habe sich um keine Dienstreise im Auftrag des Deutschen Bundestags gehandelt, sagte ein Parlamentssprecher am Montag auf Nachfrage. Strenz soll mit ihrem Mann unterwegs gewesen sein.

Der Pilot der Fluggesellschaft Condor entschied sich, als klar wurde, dass es sich um einen medizinischen Notfall handelt, für eine außerplanmäßige Landung im irischen Shannon. Dort, so berichtet die irische Zeitung The Clare Herald, landete die Maschine am Sonntagabend um kurz nach halb neun deutscher Zeit. Die Politikerin wurde von Notärzten im Empfang genommen und in ein Krankenhaus gebracht, allerdings sei jede Hilfe zu spät gekommen.

Wie immer beim Tod eines Mitglieds des Bundestags würden die Fahnen einen Tag lang auf Halbmast gesetzt, sagte ein Parlamentssprecher am Montag. Strenz saß seit 2009 für die CDU im Bundestag. Bei den Wahlen 2009, 2013 und 2017 gewann sie jeweils eines der sechs Direktmandate in Mecklenburg-Vorpommern, den Wahlkreis Ludwigslust-Parchim II - Nordwestmecklenburg II - Landkreis Rostock I. Im Bundestag saß sie zuletzt unter anderem im Verteidigungsausschuss. Vor ihrer Karriere als Politikerin war sie als Sonderschullehrerin tätig, später arbeitete sie als Unternehmensberaterin.

Strenz sah sich Vorwürfen ausgesetzt, sie habe im Rahmen einer Lobbytätigkeit aus Aserbaidschan Geld angenommen. Die zuständige Staatsanwaltschaft hatte deshalb ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Süddeutsche Zeitung hatte diese Vorgänge bereits 2017 in einer Kooperation mit internationalen Partnermedien aufgedeckt.

Strenz blieb trotz der Vorwürfe Mitglied des Bundestags, bei der anstehenden Wahl im September wollte sie aber nicht mehr kandidieren.

© SZ/olkl
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