Washington D.C.Autofahrer rammt Polizeisperre vor US-Kapitol - Fahrer und ein Polizist tot

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Ein blaues Auto ist in der Nähe des Kapitols in eine Absperrung gefahren.
Ein blaues Auto ist in der Nähe des Kapitols in eine Absperrung gefahren.
J. Scott Applewhite/AP

Am US-Kapitol in Washington sind zwei Polizisten bei einer Attacke mit einem Auto angefahren worden. Der Fahrer wurde erschossen, ein Polizist starb, ein weiterer wurde verletzt.

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Am noch immer schwer bewachten US-Kapitol in Washington ist ein Autofahrer mit seinem Wagen in zwei Polizisten gefahren und hat anschließend eine Straßenbarriere gerammt. Einer der Beamten wurde getötet, ein weiterer verletzt, wie die Chefin der Kapitol-Polizei, Yogananda Pittman, am Freitag erklärte. Der Fahrer, der mit einem Messer aus dem Wagen stieg und auf die Beamten zustürmte, wurde erschossen, wie sie weiter berichtete. Er habe zuvor nicht auf Warnrufe der Sicherheitskräfte reagiert. Das Motiv des Mannes ist bislang unklar: "Es scheint keinen Bezug zum Terrorismus zu geben", sagte der amtierende Polizeichef der Hauptstadt Washington, Robert Contee, in einer ersten Stellungnahme. Einzelheiten zum Verdächtigen wurden zunächst nicht bekannt.

Wegen des Zwischenfalls an der sogenannten nördlichen Barrikade seien umliegende Straßen gesperrt worden, meldete die Kapitol-Polizei kurz nach dem Angriff. Der US-Kongress wurde wegen des Zwischenfalls abgeriegelt. Der Kongress hatte am Freitag keinen Sitzungstag, deswegen waren kaum Senatoren oder Abgeordnete in dem Komplex.

Auf Fotos und Videos, die Augenzeugen und Reporter in den sozialen Netzwerken veröffentlichten, ist eine große Präsenz von Nationalgarde und lokaler Polizei zu erkennen. Ein Video zeigt einen Hubschrauber der Polizei, der vor dem Kapitol landet.

Große Polizeipräsenz rund ums Kapitol.
Große Polizeipräsenz rund ums Kapitol.
ERIN SCOTT/REUTERS

Nach dem Angriff werden die Flaggen in den USA auf Anordnung von Präsident Joe Biden auf halbmast gesetzt. Dies sei ein Zeichen des Respekts für den Einsatz und die Opfer der Kapitol-Polizei, erklärte Biden am Freitag. Die Flaggen-Anordnung gilt bis Dienstag für das Weiße Haus, alle öffentlichen Gebäude und Militäreinrichtungen sowie US-Botschaften und konsularische Vertretungen weltweit. Biden erklärte, er und seine Frau Jill seien wegen des Angriffs "untröstlich". Er werde laufend über den Stand der Ermittlungen informiert. Der Präsident sprach der Familie des getöteten Beamten sein Beileid aus.

Der republikanische Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell, schrieb auf Twitter, dass er für den verletzten Polizisten bete. Nancy Pelosi, Vorsitzende des Repräsentantenhauses, bezeichnete den verstorbenen Polizisten in einem Statement auf ihrer Webseite als "Martyrer für unsere Demokratie" und sprach seinen Angehörigen ihr Beileid aus.

Sicherheitsvorkehrungen erst vor einer Woche gelockert

Das Kapitol war am 6. Januar von Anhängern des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gestürmt worden - am Tag, als der Kongress das Ergebnis der Wahl im vergangenen November zertifizieren sollte. Dabei starben fünf Menschen.

Wegen des beispiellosen Angriffs ist das Gebäude schwer bewacht. Vergangene Woche waren die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Kongresssitz allerdings etwas zurückgefahren worden. So wurde ein äußerer Zaun, der das Areal um den Kongresssitz abgeschirmt hatte, abgebaut. Straßen, die innerhalb dieses Kreises lagen und abgesperrt waren, wurden wieder geöffnet.

Noch immer unterstützen Soldatinnen und Soldaten der Nationalgarde die lokalen Sicherheitskräfte. Die Kapitol-Polizei betonte vergangene Woche auch, sie sei jederzeit bereit, die Sicherheitsvorkehrungen sofort wieder hochzufahren, falls das nötig sein sollte.

Nach der Erstürmung des Kapitols am 6. Januar war die Kapitol-Polizei in die Kritik geraten, weil die Sicherheitskräfte des Parlaments den Angriff nicht abwehren konnten. Das FBI stuft die Erstürmung des Kapitols als inländischen Terrorismus ein.

© SZ/dpa/Reuters/che - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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